Horror- Massensturz überschattet Sieg von Rodriguez

06.07.2015, 19:10
Nach zwei Stürzen am Vortag zum ersten Tour-de-France-Etappensieg: Dem Spanier Joaquim Rodriguez gelang am Montag auf der 3. Etappe mit der Klassiker-Ankunft auf der "Mauer von Huy" in Belgien mit 36 Jahren der erste Erfolg bei der Frankreich-Rundfahrt. Der Brite Chris Froome, der Gesamtsieger von 2013, übernahm nach Rang zwei in dem von einem schweren Sturz geprägten Teilstück das Gelbe Trikot. Rund 20 Fahrer stürzten schwer, unter ihnen auch der bisherige Gesamtführende Fabian Cancellara und der Kärntner Marco Haller.

Rodriguez hatte 2012 an gleicher Stelle den Fleche Wallonne gewonnen, nun durfte er nach acht Etappensiegen bei der Vuelta erstmals auch bei der Tour jubeln. Am Vortag hatte er sich Knie und Hüfte angeschlagen ("Da habe ich sehr gelitten"), doch im bis zu 26 Prozent steilen Schlussanstieg des in Antwerpen gestarteten Abschnitts war er trotzdem der Beste. "Es war wirklich hart", sagte Rodriguez.

Joaquim Rodriguez
Foto: AP

Froome: "Nicht erwartet, dass ich heute Gelb trage"

Froome kam nach 159 Kilometern zeitgleich mit dem Katalanen ins Ziel und setzte sich an die Spitze der Gesamtwertung. "Ich habe nicht erwartet, dass ich heute Gelb trage, obwohl mir der letzte Anstieg liegt", sagte der Brite aus dem Sky- Rennstall. Er führt eine Sekunde vor dem Deutschen Tony Martin und 13 vor Tejay van Garderen (USA).

Unglücksrabe William Bonnet
Foto: AP

Der 30- jährige Froome nahm zudem seinen Rivalen um den Gesamtsieg, Vorjahresgewinner Vincenzo Nibali (ITA) und Nairo Quintana (COL), weitere elf Sekunden ab. Zweifach- Sieger Alberto Contador  (ESP) büßte sogar 18 Sekunden ein. Contador, der das Double Giro- Tour schaffen will, hat als Gesamt- Achter nun 36 Sekunden Rückstand auf Froome, Nibali ist 13. (+1:39 Minuten) und Quintana 17. (1:56).

Das Aus für Tom Dumoulin
Foto: AP

Schwerer Sturz 55 Kilometer vor dem Ziel

Der bisherige Spitzenreiter Fabian Cancellara  war in einen schweren Sturz rund 55 Kilometer vor dem Ziel verwickelt. Bei hohem Tempo kam der weit vorne im Feld rollende Franzose William Bonnet zu Sturz, rund 20 Fahrer stürzten schwer, unter ihnen auch Cancellara und der Kärntner Marco Haller.

Fabian Cancellara
Foto: AP

Während diese beiden aber weiterfahren konnten, mussten der Gesamt- Dritte Tom Dumoulin (NED), Bonnet, Simon Gerrans (AUS) und Dimitrij Kosuntschuk (RUS) aufgeben. Bei Untersuchungen Bonnets stellte sich zudem heraus, dass der Franzose aus dem FdJ- Team einen Bruch des zweiten Halswirbels erlitten hatte – eine Operation musste umgehend durchgeführt werden. "Diese ist nötig, um die Wirbelsäule zu stabilisieren und neurologische Folgen auszuschließen", erklärte Teamchef Marc Madiot.

Österreicher weit zurück

Tour- Direktor Christian Prudhomme neutralisierte danach das Rennen und hielt das Peloton schließlich sogar für rund zehn Minuten an. Während sich Rodriguez schon über den Sieg freute, fuhr sein Katjuscha- Teamkollege Haller gemeinsam mit dem Norweger Alexander Kristoff am Ende des Feldes knapp hinter Cancellara ins Ziel. Preidler ist nach dem dritten Tag als 31. der bestplatzierte Österreicher in der Gesamtwertung. Der Steirer aus der Giant- Equipe hat als 31. 3:22 Minuten Rückstand, nachdem er am Montag als 54. 1:39 Minuten eingebüßt hatte. Matthias Brändle  (IAM) verlor fast elf Minuten und fiel an die 120. Stelle (+12:01) zurück.

Cancellara muss doch noch aufgeben
Nach der Etappe musste Cancellara übrigens doch noch aufgeben: Der 34- Jährige aus dem Trek- Rennstall hatte sich nach dem Massensturz zwar noch die letzten 50 Kilometer ins Ziel gequält, doch nach einer Untersuchung im Spital musste er passen. "Eine riesige Enttäuschung, ich habe mir so wie im Frühjahr zwei Rückenwirbel gebrochen", teilte Cancellara via Twitter mit.

06.07.2015, 19:10
AG/red
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