"Keine Zukunft"

Sturm will “Mura” loswerden ++ KSV-Coach angezeigt

Steiermark
03.05.2010 09:18
Ried wird zum Lieblingsgegner von Sturm Graz - das 2:1 vom Samstag war der dritte Auswärtssieg in Folge gegen die Innviertler. Ein Sieg, der drei Väter hatte: Torhüter Christian Gratzei sowie die ehemaligen "Patienten" Mario Haas und Mario Kienzl - die "Super-Marios" drehten den Spieß nämlich mit einem Doppelschlag um. Abseits des Spiels sickerte durch, dass der Klub Samir Muratovic (Bildvordergrund) loswerden will.

Zur Pause war Sturm mit dem 0:1-Rückstand noch gut bedient gewesen, Gratzei hielt seine Truppe mit Traumparaden im Spiel. Im zweiten Durchgang wurde Sturm endlich munter, brachten die eingewechselten Mario Haas und Samir Muratovic frischen Wind.

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Sturms "Bomber" konnte in der 73. Minute endlich wieder jubeln: Nach traumhafter Vorarbeit von Jakob Jantscher stellte Haas mit einem Schuss unter die Latte auf 1:1 - sein erstes Tor seit dem 31. Mai 2009. Auch damals jubelte Haas in Ried, erzielte bei der 2:3-Niederlage in der letzten Runde einen Doppelpack. "Mein Tor hat sich in den letzten Spielen abgezeichnet, ich bin immer zu Chancen gekommen, jetzt hab ich es gemacht", freute sich Haas, dessen Zukunft nach wie vor ungewiss ist. "Übernächste Woche soll's ein Gespräch mit dem Klub geben."

Haas war diese Saison mit einem Wadenbeinbruch lange ausgefallen - mit Mario Kienzl konnte auch der nächste ehemalige "Patient" jubeln. Der Mittelfeldmotor, der mit einem Kreuzbandriss acht Monate außer Gefecht war, erzielte das Siegestor. "Mein erster Treffer seit November 2008. Damals hab ich beim 3:0-Heimsieg gegen Ried genetzt", strahlte Kienzl, der erst vor drei Wochen Comeback gefeiert hatte. Beim 0:1 in Wien gegen die Austria hab ich nur die Stange getroffen."

Rätselraten gibt's nicht nur um die Zukunft von Haas, auch jene von Muratovic ist offen. "Oliver Kreuzer hat mir in einem Gespräch vor dem Spiel in Mattersburg mitgeteilt, dass man mit mir nicht mehr plant, ich den Verein im Sommer ablösefrei verlassen kann", erzählt Samir, der sich wundert: "Nach diesem Gespräch hab ich eigentlich gedacht, dass ich in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommen werde. Aber dann hab ich in Mattersburg gespielt." Eine vorzeitige Vertragsauflösung ist für "Mura" kein Thema. "Ich habe noch ein Jahr Vertrag, den möchte und werde ich erfüllen. Meine Familie und ich lieben Graz, ich möchte unbedingt bei Sturm bleiben."

Besuch beim Referee: Anzeige für KSV-Coach
Die fünf Minuten Nachspielzeit, in denen Rapid am Freitag doch noch mit zwei Toren den 5:3-Sieg gegen Kapfenberg klar machen konnte, haben "Falken"-Coach Werner Gregoritsch auf "Hundertachtzig" gebracht. Nach seinem Kabinenbesuch beim Referee wurde er von Manfred Krassnitzer angezeigt. Doch Kapfenberg kontert, richtet seinerseits einen Protestbrief an die Liga.

In "letzter Sekunde" war der erste Punkt bei Rapid doch noch davongeflogen und das tolle Auftreten von Gregoritschs Truppe blieb unbelohnt. Wie üblich (zum vierten Mal heuer) gab's unter Referee Krassnitzer eine Niederlage. Wie beim 2:3 gegen Wr. Neustadt, wo er der KSV einen Elfer vorenthalten hatte, war der Postbeamte für den "Falken"-Coach der Buhmann: "Woher die fünf Minuten Nachspiel (in denen Boskovic und Hofmann die zwei entscheidenden Tore machten) herkommen, das soll mir einmal einer erklären", giftete Gregoritsch.

Zudem wollte er in Krassnitzers Kabine noch die Boskovic-"Schwalbe", die Andi Rauscher eine Gelb-Sperre beschert hat, aufarbeiten. Dass Rapids Drazan für das "dunkelrote" Foul an Gansterer nur Gelb sah und der Kärntner auch den Rapid-Angriff weiterlaufen ließ, als Alar verletzt am Platz lag, verbuchte der KSV-Coach unter Heimtendenz: "Und deshalb schreiben wir der Liga einen Brief! Ein Schiedsrichter hat neutral zu pfeifen und nicht nur so, dass es für die großen Vereine passt, wie das bei uns zu häufig vorkommt. Es kann nicht sein, dass du als kleiner Klub, besonders in Wien, eine Klasse stärker sein musst, wenn du punkten willst." Dennoch: "Beim Gegentor zum 3:4 hätte sich Pitter nicht so leicht den Ball abnehmen lassen dürfen."

von Burghard Enzinger, Volker Silli ("Steirerkrone") und steirerkrone.at

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