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Ermittler finden erstmals Beweis für Schmiergeld-Sumpf

30.07.2010, 16:02
Ermittler finden erstmals Beweis für Schmiergeld-Sumpf (Bild: APA/FLUGHAFEN WIEN AG)
Foto: APA/FLUGHAFEN WIEN AG
Vermutet hatten es die Ermittler schon lange, jetzt gibt es offenbar den ersten Beweis: Wie die "Krone" als erste Zeitung erfuhr, dürfte beim Skylink- Bauskandal auf dem Wiener Flughafen Schmiergeld geflossen sein! Der Ex- Projektleiter für das Millionengrab soll sich von einer verantwortlichen Baufirma sein Privathaus haben umbauen lassen. Er ist suspendiert.

Nach einer ersten Razzia Anfang Mai schlugen nun 13 Ermittler vom Landes- und Bundeskriminalamt auf dem Wiener Flughafen erneut zu. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft wurden das Büro des ehemaligen Skylink- Projektleiters sowie zwei seiner Privathäuser in Niederösterreich durchsucht. "Die Beweise scheinen erdrückend. Wir haben Rechnungen für den Hausumbau beschlagnahmt", so ein Insider aus Justizkreisen.

Demnach belegen die Rechnungen, dass sich der Verdächtige mit privaten Mega- Rabatten bestechen ließ. Das Schmiergeld floss demnach in Form eines Hausumbaus. So zahlte der Manager etwa statt 12.000 nur 3.000 Euro pro Fenster!

Innenausbau- Kosten explodierten von 44 auf 100 Mio. Euro

Im Visier steht jene Baufirma, die einst den Zuschlag für den Skylink- Innenausbau bekam. Die Kosten explodierten damals um mehr als das Doppelte von 44 auf 100 Millionen Euro. Wie berichtet, zog der neue Flughafenvorstand Ernest Gabmann mit einem Baustopp und der Neuvergabe die Notbremse. Die zuvor für den Skylink- Innenausbau zuständige Baufirma, gegen die Ermittlungen laufen, durfte bei der neuen Ausschreibung nach dem Baustopp nicht mehr mitmachen, so einer der leitenden Ermittler.

Nach dem neuerlichen Knalleffekt im Skandal um den Wiener Flughafenausbau ist der ehemalige Projektleiter (für ihn gilt die Unschuldsvermutung) mit sofortiger Wirkung dienstfrei gestellt. Abgeschlossen sind die Ermittlungen wegen Verdachts des schweren Betrugs und der Untreue damit aber noch lange nicht.

von Christoph Budin und Andi Schiel, Kronen Zeitung

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