Mi, 13. Dezember 2017

Camp auf Teneriffa

01.12.2017 09:33

Urlaub vorbei! Thiem startet Saison-Vorbereitung

76 ATP-Matches in diesem Jahr und auch ein kurzer Urlaub nach dem letzten Gruppenmatch bei den ATP-Finals in London sind für Dominic Thiem Geschichte. Der fünftbeste Tennisspieler 2017 bereitet sich wie auch schon in den vergangenen Jahren auf Teneriffa auf die neue Saison vor. Mit von der Partie sind u.a. auch Dennis Novak und Sebastian Ofner, in knapp einer Woche kommen weitere Spieler hinzu.

Thiem ist neuerlich in einem Fünf-Sterne-Hotel in der Nähe von Adeje untergebracht. Dort liegen die Tenniscourts, das Fitnesszentrum usw. alles an einem Platz. Doch so sehr das Ambiente an einen Sommerurlaub erinnert, den 24-jährigen Niederösterreicher erwartet in den kommenden drei Wochen knochenharte Arbeit. "Man muss einmal schauen, wie er beieinander ist, wie er die Belastung verträgt, wann es sinnvoll ist, dass man voll anfährt", erklärte Thiem-Coach Günter Bresnik nach der Ankunft.

Am nötigen Einsatz wird es Thiem trotz eines nur knapp zehntägigen Urlaubes nicht mangeln. "Wenn er zwei Wochen keinen Schläger in der Hand hat, dann juckt es ihn natürlich." In den ersten paar Tagen gilt es vorerst einmal den Status quo festzustellen, erläutert Bresnik. Auf dem Programm stehen Fitness-Checks und ein "ganzer Haufen Untersuchungen". Nötige ärztliche Checks wie etwa Blutbefunde wurden bereits in Österreich gemacht. "Das macht er viertel- oder halbjährlich, der ist pumperlgesund", sagte der Trainer.

Zwischen dem 8. und 10. Dezember werden zur bereits großen Truppe, in der auch Physiotherapeut Alex Stober eine wichtige Rolle im Aufbau spielt, auch Kitzbühel-Sieger Philipp Kohlschreiber (GER), Joao Sousa (POR) und Jerzy Janowicz (POL) stoßen. Auch ein paar Jugendliche aus der Südstadt sind im Trainingscamp dabei.

Natürlich bietet die Saisonvorbereitung auch Zeit, um am Material zu tüfteln. "Da doktert man an den Schuhen herum und an den Schlägern, an der Bespannung. Die Zeit kannst verwenden, dass du solche Sachen ausprobierst", schildert Bresnik. Auch bei Thiems Schlägerfirma (Babolat) gibt es immer wieder kleinere Neuerungen.

Die große Saison-Analyse findet hingegen nicht so statt, wie man sich das vielleicht vorstellt. "Das machst du ja jede Woche. Es ist ja nicht so, dass du wartest bis die Saison vorbei bist und dann analysierst. Gewisse Dinge kann man dann vorhersehen, manchmal weiß man schon im Vorhinein was passieren wird. Sowohl in die eine, als auch in die andere Richtung."

Auch die Turnierplanung steht im Wesentlichen, ist freilich für einen Top-Ten-Spieler ohnehin klar an den Grand-Slams und den Masters-1000-Turnieren ausgerichtet. Ob Thiem 2018 wieder in Kitzbühel spielt? "Da lasse ich mir noch Zeit", sagte Bresnik.

Die zuletzt vom Schweizer Marc Rosset gegenüber der Schweizer Tageszeitung "24heures" geäußerte harte Kritik an Thiem lässt Bresnik erwartungsgemäß kalt. Der Olympiasieger 1992 hatte dem Österreicher im vergangenen Jahr "keinen einzigen Fortschritt in seinem Tennis" bescheinigt. Zudem kritisierte der 47-Jährige die Turnierplanung und eine zu wenig aggressiven Spielweise Thiems. "Treffen tut mich so und so nichts, was andere Leute sagen", erklärte Bresnik, der Rosset aus früheren Zeiten kennt. "Er braucht mir nicht unbedingt erzählen, wie man sich verhält und wie man alles richtig macht ", meinte der 56-jährige Niederösterreicher lachend. "Er war kein Paradebeispiel."

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