Sa, 18. November 2017

Kinder unter Opfern

06.11.2017 07:42

Blutbad in US-Kirche: 27 Menschen erschossen

Ein Mann hat am Sonntag in einer Kirche im US-Bundestaat Texas das Feuer auf Gläubige eröffnet und mindestens 26 Menschen, unter ihnen die 14 Jahre alte Tochter des Pastors, getötet und zahlreiche weitere verletzt. Der Angreifer, der 26 Jahre alte Devin P. Kelley, wurde von einem Einwohner konfrontiert, ließ seine Waffe fallen und flüchtete in seinem Wagen. Dort wurde er wenig später tot aufgefunden. Das jüngste Opfer ist fünf Jahre alt, das älteste 72. Die näheren Umstände sind noch unklar.

Nach Behördenangaben war der ganz in Schwarz gekleidete junge Mann um kurz nach 11 Uhr (Ortszeit) zunächst an einer Tankstelle der Ortschaft gesehen worden, ging dann über die Straße zur Kirche und begann noch vor dem Gotteshaus, mit einem Gewehr zu schießen. Nach Behördenangaben starben dabei zwei Menschen. Danach sei der mit einer schusssicheren Weste ausgestattete Schütze in das Gebäude gegangen und habe weiter gefeuert. 23 Menschen waren auf der Stelle tot, ein weiteres Opfer starb später im Krankenhaus, teilte die texanische Behörde für öffentliche Sicherheit weiter mit.

CNN berichtete unter Berufung auf Ersthelfer, dass auch Kinder und eine schwangere Frau unter den Toten sind. Die örtliche Zeitung "San Antonio Express News" berichtete auf ihrer Website unter Berufung auf eine Quelle bei den Bundesbehörden sogar von 28 Toten, nahm allerdings auch den Angreifer mit in die Zählung.

Schütze nach Verfolgungsjagd mit Polizei tot
Der Schütze sei "neutralisiert", es bestehe demnach "keine aktive Gefahr" mehr, hieß es bald nach den ersten Meldungen über die unfassbare Bluttat. CNN zufolge wurde der Täter nach einer Autoverfolgungsjagd von der Polizei gestellt und ist tot. Das habe der örtliche Sheriff bestätigt, ohne Angaben über die näheren Umstände zu machen. Der lokale TV-Sender KSAT12 berichtete, der Mann habe selbst die Waffe gegen sich gerichtet.



Dem Sender zufolge handelt es sich bei dem Angreifer um einen weißen Mann, der zwar aus der Region, aber nicht unmittelbar aus Sutherland Springs stamme. Die "New York Times" schrieb unter Berufung auf Ermittler, der Täter sei der 26 Jahre alte Devin P. Kelley aus der Gegend nordöstlich von San Antonio. Das Motiv des Todesschützen ist vorerst völlig im Dunkeln.

Auch 14-jährige Tochter des Pastors unter Todesopfern
Dem Sender ABC News zufolge bestätigte der Pastor der Gemeinde, Frank Pomeroy, dass auch seine 14-jährige Tochter unter den Todesopfern ist. Er trauere um sein "wunderschönes, einzigartiges Kind", wird der Geistliche von dem TV-Sender zitiert. Der Pastor selbst war zum Zeitpunkt der Bluttat nicht in der Ortschaft, wie seine Ehefrau gegenüber CNN erklärte. Ein 13 Jahre altes Mädchen dürfte laut Angaben ihrer Patentante ebenfalls zu den Todesopfern zählen.

Das Fernsehen zeigte zahlreiche Krankenwagen vor der Kirche. Auch wurden mehrere Verletzte mit Rettungshubschraubern in Krankenhäuser gebracht.

Die Kirche zähle an einem Sonntagsgottesdienst üblicherweise rund 50 Besucher, hieß es in einem örtlichen TV-Bericht. Die First Baptist Church sei das Zentrum der kleinen Gemeinde Sutherland Springs, die gut 50 Kilometer östlich von San Antonio liegt. Eine Zeugin, Carrie Matula, sagte dem Sender MSNBC, Sutherland Springs sei so klein, dass es dort nicht einmal eine Feuerwehr gebe. Jeder kenne jeden, man stehe einander sehr nahe. Was am Sonntag geschehen sei, treffe damit alle Einwohner.

Die "New York Times" zeigte ein YouTube-Video des Gottesdienstes der First Baptist Church vom vergangenen Sonntag. Darin sind der Pastor der Gemeinde, Frank Pomeroy, und etwa 20 bis 30 Gläubige zu sehen.

Der Geistliche, der eine seiner Töchter bei dem Angriff verloren hat, forderte seine Gemeindemitglieder unter anderem dazu auf, durch den Raum zu gehen und "jemandes Hand zu schütteln". "Sag ihnen, es ist gut, sie heute morgen in Gottes Haus zu sehen", so Pomeroy in dem Video.

Die Bundespolizeibehörde FBI ist vor Ort und hat Ermittlungen aufgenommen. US-Präsident Donald Trump meldete sich aus Japan via Kurznachrichtendienst Twitter zu Wort.

Er twitterte: "Möge Gott an der Seite der Menschen in Sutherland Springs sein. Ich verfolge die Lage von Japan aus." Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, twitterte: "Unsere Gebete sind bei allen, die von dieser teuflischen Tat geschädigt wurden."

Rassist erschoss schwarze Gläubige in Kirche
Zu Schüssen in einer Kirche war es in den USA zuletzt im Jahr 2015 in Charleston im Bundesstaat South Carolina gekommen. Ein damals 21-Jähriger hatte aus rassistischen Motiven neun schwarze Gläubige erschossen. Er wurde zum Tode verurteilt.

 krone.at
Redaktion
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