Do, 23. November 2017

Trainer ohne Job

15.09.2017 17:14

Der schwierige Sprung zurück aufs Karussell

Von Sammer über Enrique und Moyes bis hin zu Herzog, Kühbauer und Barisic - hochkarätige Trainer hängen ohne Job derzeit in der Warteschleife. Die Tätigkeit als TV-Experte gilt als Plan B. (Im Video oben das krone.tv-Interview mit Peter Pacult, der erst vor kurzem seinen Job in Serbien verlor.)

"Die Auszeit war wichtig, jetzt sind meine Akkus wieder voll." Die klassische Phrase eines Fußball-Trainers, der auf ein Job-Angebot wartet. Zahlreiche Star-Coaches stehen derzeit ohne Klub da. Alle können nur auf den Rauswurf eines Kollegen warten. Denn der Sprung zurück aufs Trainerkarussell ist schwierig.

Donnerstagabend wurde das "Missverständnis" beendet: Christoph Daum ist nicht mehr Rumäniens Teamchef. Ob und wo der 63-Jährige wieder auf der Trainerbank auftaucht, ist offen. Denn Austrias ehemaliger Meistermacher gehört zu einem elitären Kreis.

Klar, Ex-Dortmund-Coach Thomas Tuchel wird weiterhin lukrative Angebote bekommen. Der Deutsche ist derzeit in halb Europa der Favorit, wenn ein Trainerstuhl vakant wird. Auch die Herren Klopp, Ancelotti, Mourinho, Guardiola oder Zidane brauchen sich um ihre Zukunft keine Sorgen zu machen. Aber es gibt auch namhafte Trainer, für die es schwer ist, wieder aufs Karussell zu springen. Wer zu lange vom Markt ist, kommt schwer wieder zurück.

Von Enrique über Tuchel bis hin zu Moyes
Zumal derzeit viele Hochkaräter auf dem Markt sind: Etwa Luis Enrique, der Barcelona zum Champions-League-Triumph führte. Seine "Auszeit" geht jetzt schon in die zweite Saison. Oder David Moyes. Bei Everton der Trainerstar der Premier League, so wurde er zum Auserwählten als Nachfolger von Alex Ferguson bei Manchester United. Und scheiterte. Wie auch bei Real Sociedad und Sunderland. Jetzt ist er arbeitslos.

Das gilt auch für Sam Allardyce, nachdem er sich in einem heimlich aufgezeichneten Interview um Kopf und Kragen als englischer Teamchef gesprochen hatte. Und die Liste ließe sich beliebig fortführen. Vor allem mit deutschen Trainern: Thomas Schaaf, Bruno Labaddia, Dirk und Bernd Schuster, Markus Weinzierl, Mike Büskens, Armin Veh, Michael Frontzeck. Sie verschwanden vorerst vom Radar der Klub-Bosse.

Im Gespräch bleiben
Nicht anders sieht es bei den Österreichern aus. So haben etwa Kurt Jara oder Walter Schachner ihre Trainerkarrieren nie offiziell beendet. Ein Comeback - nach so vielen Jahren Absenz - ist dennoch auszuschließen. Auch Zoran Barisic ist nach dem Türkei-Abenteuer  wieder auf den Markt, bereit für neue Aufgaben. Peter Pacult fand sein Glück im serbischen Chaos in Nis nicht.

Und auch Didi Kühbauer und Andi Herzog sind zwar oft im Gespräch, aber scheinbar bislang nie irgendwo erste Wahl. Oder man ist bei den Klubs zu wählerisch.
Was aber für alle gilt: Der Plan B heißt meist TV-Experte. So kann man ja auch im Gespräch bleiben.

Rainer Bortenschlager, Kronen Zeitung

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