Sa, 18. November 2017

Schwere Vorwürfe

18.07.2017 14:08

Korruption? Spaniens Verbandsboss festgenommen

Der einflussreiche Fußball-Funktionär Angel Maria Villar ist in Madrid wegen Korruptionsvorwürfen festgenommen worden. Der 67-jährige Chef des nationalen Verbandes (RFEF), der auch Vizepräsident der FIFA und der UEFA ist, wurde ebenso wie sein Sohn Gorka und ein ranghoher Mitarbeiter des Verbandes in Gewahrsam genommen, teilte die spanische Polizei am Dienstag mit.

Villar soll unter anderem Geld des Verbandes verwendet haben, um sich Vorteile zu sichern. Gegen ihn werde unter anderem wegen Korruption, Fälschung und Unterschlagung ermittelt, hieß es. Im Rahmen der "Operation Soule" wurden am Vormittag auch der Sitz der RFEF in Madrid sowie mehrere Regionalbüros und Wohnungen durchsucht.

Die Ermittlungen seien Anfang 2016 eingeleitet worden, so die Guardia Civil. Der Einsatz war von der zuständigen Staatsanwaltschaft beantragt worden. Zu den Festgenommenen gehöre auch Finanz-Vizepräsident Juan Padron, hieß es weiter. "In Spanien werden die Gesetze durchgesetzt, die Gesetze sind für alle gleich, und niemand, wirklich niemand steht über dem Gesetz", sagte Spaniens Sportminister Inigo Mendez de Vigo.

Von Seiten der RFEF gab es zunächst keine Stellungnahme. Der Weltverband verwies auf "interne Angelegenheiten" des spanischen Verbands und auch der Europa-Verband wollte die Vorgänge nicht kommentieren.

Ex-Nationalspieler Villar zieht schon seit Jahrzehnten die Fäden im internationalen Fußballgeschäft: Seit 19 Jahren sitzt er im Vorstand des Weltverbands (FIFA) und seit 1992 im Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA). Er galt als enger Vertrauter des langjährigen FIFA-Chefs Joseph Blatter, der das Amt 2016 niederlegen musste.

Im November 2015 wurde Villar von der Ethik-Kommission der FIFA verwarnt und mit einer Geldstrafe belegt, weil er den damaligen FIFA-Ermittlern um Michael Garcia zunächst keine Aussage zur umstrittenen Vergabe der WM 2018 und 2022 an Russland und Katar lieferte.

Der jüngst durch die FIFA veröffentlichte Garcia-Bericht gibt einen Einblick in die Verweigerungshaltung des Funktionärs. Später habe er jedoch seine Bereitschaft zur Kooperation in der Untersuchung gezeigt, begründeten die unabhängigen FIFA-Ethiker ihr mildes Urteil. Villar ist neben dem Ägypter Hany Abo Rida inzwischen das einzige verbliebene Mitglied der damaligen FIFA-Exekutive, die im Dezember 2010 über die beiden WM-Gastgeber abstimmte.

krone Sport
Redaktion
krone Sport
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden