Di, 21. November 2017

Mit Heeresbergführer

01.04.2017 08:07

Blinder Osttiroler will Mount Everest bezwingen

Sechs der "Seven Summits", der höchsten Berge aller Kontinente, hat Andy Holzer aus Lienz in Osttirol bereits bestiegen. Nur der allerhöchste fehlt noch in der Sammlung des blinden Bergsteigers: der Mount Everest im Himalaya, an dem sich der 50-jährige Alpinist in diesem Frühjahr zum dritten Mal versuchen will. Als erster blinder Bergsteiger der Geschichte will er über die tibetische Nordseite den höchsten Berg der Welt bezwingen.

"Neben der sportlichen und mentalen Herausforderung, am höchsten Berg der Erde bestehen zu wollen, ist es mir ein großes Anliegen, der Gesellschaft zu zeigen, dass manches Sinn macht. Auch wenn das auf den ersten Blick nicht erkennbar ist", sagt der sehbehinderte Extremalpinist.

Bei seinem ersten Anlauf 2014 war die Saison nach dem Lawinenunglück im Khumbu-Eisbruch, bei dem 16 Nepalesen ums Leben gekommen waren, abgebrochen worden. Im Frühjahr 2015 hatte das verheerende Erdbeben in Nepal mit fast 9000 Toten dafür gesorgt, dass der Everest weder von Süden noch von Norden aus bestiegen worden war - bitter bei Projektkosten von etwa 40.000 Euro pro Person.

Heeresbergführer als Hilfe im Himalaya
Begleitet wird Holzer von den beiden Osttirolern Wolfgang Klocker und Klemens Bichler: Beide sind Heeresbergführer, Flugretter, Heeresskilehrer und bilden ihrerseits für die deutsche und österreichische Armee Bergführer aus. "Andy orientiert sich beim Aufstieg an den Geräuschen unserer Schritte und unserer Stöcke", erklärt Klocker im "Krone"-Gespräch.

Mehrere Testläufe in den Alpen hat das Dreierteam bereits hinter sich, am 3. April soll der Abflug nach Kathmandu stattfinden. Vier Wochen Akklimatisierung vor Ort gestehen sich die Männer zu, immer höhere Basislager werden sie beziehen, bevor sie zwischen 15. und 26. Mai den Gipfelsturm wagen wollen. Der Aufstieg erfolgt mit Sauerstoff, in den Hochlagern wird auch mit Sauerstoff geschlafen.

Vertrag regelt, was in der Todeszone passiert
"Ob am Ende ein Gipfelsieg oder eine Niederlage steht - wichtig ist es uns, dass wir uns auf das Projekt mit all seinen Stärken und Schwächen eingelassen haben und füreinander gekämpft haben", meint Holzer kurz vor dem Aufbruch nach Tibet. Das Risiko wird keinesfalls unterschätzt, erzählt Heeresbergführer Klocker auch von der Abmachung der Seilschaft: "Wir haben alle einen Vertrag unterschrieben. Darin ist klar geregelt, was passiert, wenn einer nicht mehr weiter kann ...

Der Berg aller Berge
8848 lautet die magische Zahl, die jedes Jahr Hunderte Bergsteiger anlockt: Knappe neun Kilometer liegt der Everest über dem Meeresspiegel, höher als jeder andere Gipfel. Den Weg dorthin säumen rund 200 Leichen, gut konserviert durch die Kälte, aber in Höhen liegend, aus denen keine Bergung möglich ist. Technisch anspruchsvoll ist der Aufstieg nicht - wenn, dann werden Wetter und Höhe zum Verhängnis.

Richard Schmitt
Chefredakteur krone.at
Richard Schmitt
Paul Tikal
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