Do, 24. Mai 2018

Stealth-Action-Hit

18.11.2016 12:24

"Dishonored 2": Wie der Vater, so die Tochter

Nur weil "Assassin's Creed" heuer eine kreative Schaffenspause einlegt, müssen Gamer nicht aufs Meucheln verzichten: Mit "Dishonored 2: Das Vermächtnis der Maske" bringen Publisher Bethesda und der französische Entwickler Arkane Studios die Fortsetzung ihres gefeierten Action-Stealth-Games auf PC und Konsole und beweisen damit: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

Die Kaiserin ist tot, lang lebe die Kaiserin! Nur leider ist die neue Besteigerin des Throns nicht die rechtmäßige, und so machen sich Corvo Attano und seine Tochter Emily Kaldwin in "Dishonored 2: Das Vermächtnis der Maske" daran, das Reich und sein Volk von der neuen Tyrannin zu befreien.

Für Unentschlossene ist das nichts: Wie sein Vorgänger verlangt "Dishonored 2" dem Spieler reichlich Entscheidungen ab. Die wohl wichtigste muss gleich zu Beginn getroffen werden: Will man das Abenteuer abermals als Corvo bestreiten oder als dessen Tochter Emily?

Die Gute ist zwar nicht weniger tödlich als ihr Vater, macht jedoch von anderen, neuen Fertigkeiten Gebrauch. Statt sich etwa wie Corvo an andere Stellen zu teleportieren, zieht sie Feinde und Gegenstände zu sich, schleicht als Schatten umher, verwirrt Gegner mit einer Doppelgängerin oder tötet gleich mehrere von ihnen, indem sie eine Aktion auf alle Feinde anwendet.

Hat man sich zwischen Emily oder Corvo entschieden, drängen sich weitere Fragen auf, allen voran, wie die einzelnen Missionen angegangen werden sollen. Erneut überlassen es die Entwickler nämlich dem Gamer, wie dieser sich einer Herausforderung stellt: Heimlich, still und leise oder durch die Mitte mit der Hau-drauf-Methode?

In letzterem Falle kann von Armbrust, Pistole oder Schwert Gebrauch gemacht werden, wobei jede Waffe durch entsprechendes Kleingeld und Baupläne den eigenen Vorlieben entsprechend modifiziert und verbessert werden kann. Stealth-Liebhaber dagegen können getreu dem Motto "Tarnen und Täuschen" auf allerlei Ablenkungsmittel und nicht-tödliche Werkzeuge zurückgreifen.

Der Weg ist dabei nicht vorgeschrieben: Die offene Spielwelt erlaubt es, sich dem Ziel auf unterschiedlichsten Pfaden zu nähern - durch die Eingangstür, übers Dach oder durch die Kanalisation. Offenen Auges durch die Spielwelt zu streifen, offenbart nicht nur neue Schleichwege und Routen, sondern führt mit etwas Glück auch zu neuen Runen und sogenannten Knochenartefakten, mit denen neue Fertigkeiten und Vorteile freigeschaltet werden können.

Wer nichts dergleichen findet, kann sich immer noch an der wunderschönen, malerischen Szenerie und dem einzigartigen visuellen Stil des Spiels erfreuen. Von den dunklen Gassen Dunwalls verschlägt es Gamer diesmal in die mediterran anmutende Metropole Karnaca, die dank neuer Engine mit viel Liebe zum Detail atmosphärisch in Szene gesetzt wurde.

Am Ende aller Entscheidungen dreht sich jedoch auch in "Dishonored 2" wieder alles um die Konsequenzen des eigenen Handelns. Diese werden je nach Spielstil und "Chaosfaktor" mal mehr, mal weniger offensichtlich sein, haben aber in jedem Fall Auswirkungen auf das Gefühlsleben und die charakterliche Entwicklung der Protagonisten.

Fazit: "Dishonored 2" macht alles richtig und baut die Stärken des Vorgängers - eine spannende Story, spielerische Freiheit, flottes Gameplay, zahlreiche Individualisierungsmöglichkeiten und ein einzigartiges Setting - weiter aus. Ergänzt durch die neue, starke weibliche Hauptfigur, ergibt sich daraus erneut ein packender Genre-Mix, der sowohl Freunde des Stealth- als auch Action-Genres begeistern dürfte.

Plattform: Xbox One (getestet), PS4, PC
Publisher: Bethesda
krone.at-Wertung: 9/10

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