Mo, 21. Mai 2018

Achte Goldmedaille

19.08.2016 16:41

Superstar Usain Bolt: "Ich bin der Größte!"

Das sagt Superstar Usain Bolt über sich. Und sieht sich fast auf einer Stufe mit Muhammad Ali oder Pelé. Maßlose Selbstüberschätzung? Nein, in seinem Fall keineswegs!

Nach seiner Ehrenrunde  ging Usain Bolt noch einmal ins Ziel, kniete sich auf der Bahn sechs, auf der er zu Gold gelaufen war, nieder, küsste das Blau und gab nach seinem letzten olympischen Einzelrennen noch einmal seine Siegerpose, den Bogenschützen. Rio erlebte den  Abschied des unvergleichlichen Sprintkönigs von Olympia. "Ich muss nichts mehr beweisen,  habe getan, was ich machen konnte", sagte der 29-Jährige voller Stolz. Berechtigter Stolz.

"Bin gespannt, was ihr nach Rio über mich schreibt"
Als erster Sprinter schaffte er dreimal en suite das Olympia-Double über 100 m und 200 m. Ein Stück unglaublicher Sportgeschichte. "Ich hätte nicht mehr machen können, um der Welt zu zeigen, dass ich der Größte bin!" Sein Lieblingsthema. Er sieht sich fast auf einer Höhe mit Muhammad Ali und Pelé. Den Medien will er überlassen, ob sie ihn nach den Spielen allein auf den Thron heben. "Ich bin gespannt, was ihr nach Rio über mich schreibt."

Überlegen hatte Bolt die 200 m, schon immer seine Lieblingsstrecke, gewonnen. In 19,78 Sekunden ließ er den  Kanadier Andre de Grasse (20,02) und den Franzosen Christoph Lemaitre (20,12) stehen. Nur Statisten. Damit hat Bolt in seiner Karriere all seine großen  Rennen über 100 m und 200 m gewonnen (sechsmal Olympia und siebenmal WM) - bis auf eine Ausnahme. Bei der WM 2011 wurde er wegen Fehlstarts im Finale über 100 m disqualifiziert.

Bolt, der Mann, der sich nur selbst besiegen konnte. Als er aber in Rio am Ziel aller Träume war, zeigte er sich kurz enttäuscht. Er hatte mit der Verbesserung seines sieben Jahre alten  Weltrekords (19,19) kokettiert. Auf einer regennassen Bahn schien dies ohnehin fraglich. Aber Bolt bekannte auch: "Meine Beine, mein Körper waren auf der Zielgeraden  müde. Ich werde älter. Aber das Wichtigste ist, dass ich wieder gewonnen habe. Dieses 200-m-Gold bedeutet mir mehr alles jedes andere. Es ist einfach brillant."

Jamaika auf der Weltkarte bekannt gemacht
Nach seinem letzten Einzelrennen, bei dem die Zuschauer ihn minutenlang mit Bolt-Sprechchören gefeiert hatten, war er sogar tanzend in die Mixed-Zone gekommen, gab geduldig stundenlang Interviews: "Ich habe den Sprint auf ein ganz anderes Level gehoben. Dafür habe ich aber mein ganz Leben hart gearbeitet. Und habe in meiner Karriere mit den Goldenen Jamaika auf der Weltkarte so richtig bekannt gemacht."

Und die Einwohner der Karibik-Insel spielten verrückt, tanzten bis spät in die Nacht Reggae, vor allem im beliebtesten Ausgehviertels Kingstons, dem Halfway Tree. "Ich kann mir sehr gut vorstellen, was sich dort jetzt alles abspielt!", lachte Bolt. Er, das Goldstück der Insel, wurde wild gefeiert. Für seinen letzten grandiosen Einzelsieg bei Olympia.

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