Di, 21. November 2017

Last-Minute-Sieg

22.06.2016 22:47

Italien verliert mit B-Elf gegen Irland 0:1

Mit dem ersten EM-Sieg seit 28 Jahren hat Irland zum Abschluss der Gruppenphase den Einzug ins Achtelfinale der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich perfekt gemacht. Gegen eine harmlose italienische B-Elf belohnte sich der Außenseiter mit einem späten Treffer Robbie Bradys (85.) und schaffte mit vier Punkten als einer der vier besten Gruppendritten den Aufstieg. Nächster Gegner der Iren ist damit am Sonntag Gastgeber Frankreich. Italien hingegen geht mit einem Negativ-Erlebnis in die Neuauflage des Finales von 2012 gegen Spanien und muss sich am Montag gegen den Titelverteidiger deutlich steigern.

In Lille war vor rund 45.000 Zuschauern schnell klar, dass Italien nicht um jeden Preis punkten musste. Angesichts des schon vor dem Spiel fixen Gruppensiegs nahm Coach Antonio Conte zahlreiche Umstellungen vor. Goalie Salvatore Sirigu, Defensivmann Angelo Ogbonna, die Mittelfeldakteure Mattia De Sciglio, Stefano Sturaro, Thiago Motta sowie Federico Bernardeschi, dazu im Sturm Simone Zaza und Ciro Immobile kam neu in die Startelf.

Irland am Drücker, Italien nicht am Platz
Irland war sichtlich bemüht, diese Chance zu nutzen und den zum Aufstieg nötigen Sieg einzufahren. Ein wuchtiger Weitschuss von Jeff Hendrick, nur um Zentimeter am Pfosten vorbei, eröffnete die Partie quasi offiziell (9.), die "Boys in Green" blieben am Drücker. Einmal scheiterte Shane Duffy per Kopf an Sirigu (20.), einmal ging sein Köpfler über das Tor (31.).

Schiri gibt fälligen Elfer für Irland nicht
Italien, das den Iren im Lauf der ersten Hälfte immer mehr Entfaltungsmöglichkeiten gab, fand hingegen erst kurz vor der Pause die erste Chance vor. Immobile zielte mit einem ansatzlosen Flachschuss aus über 20 Metern knapp am Tor vorbei. Momente vor dem Halbzeitpfiff sahen sich die Iren dann auch noch um einen Elfmeter betrogen, Schiedsrichter Ovidiu Hategan aus Rumänien befand den heftigen Rempler Bernardeschis an James McClean aber nicht eines Strafstoßes würdig.

Insigne scheitert mit Stangenschuss für Italien
Italien fand bald nach Wiederbeginn die erste Großchance der zweiten Hälfte vor, Zaza vollierte aber knapp übers Tor (52.). Danach ging einmal mehr nicht viel beim Weltmeister von 2006, Irland zog ein minutenlanges Power-Play auf. Das trug vorerst aber keine Früchte, Italien kam wieder auf und schockte die Iren mit einem Stangenschuss des eingewechselten Lorenzo Insigne (77.) schwer.

Hoolahan bereitet Siegtreffer für Brady vor
Doch die kämpften verbissen, im Finish brachte Irland-Coach Martin O'Neill mit dem 35-jährigen Oldie Robbie Keane eine weitere Offensivkraft. Als Wes Hoolahan in der 84. Minute völlig allein vor Sirigu scheiterte, schien die irische Mission schon gescheitert. Doch der "Joker" machte seinen Patzer mit einer perfekten Flanke auf Robbie Brady wieder gut, der vor dem etwas zögerlichen Sirigu am Ball war und einköpfelte.

Das Ergebnis:
Italien - Irland 0:1 (0:0)
Lille, Stade Pierre Mauroy, 44.268, SR Hategan (ROM)
Tor: 0:1 (85.) Brady
Gelbe Karten: Sirigu, Barzagli, Zaza, Insigne bzw. Long, Ward
Italien: Sirigu - Barzagli, Bonucci, Ogbonna - Bernardeschi (60. Darmian), Sturaro, Motta, Florenzi, De Sciglio (82. El Shaarawy) - Zaza, Immobile (74. Insigne)
Irland: Randolph - Coleman, Duffy, Keogh, Ward - Hendrick, McClean, McCarthy (77. Hoolahan), Brady - Long (90. Quinn), Murphy (70. McGeady)

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