Fr, 20. Oktober 2017

Randale in Marseille

10.06.2016 16:17

Tränengas gegen randalierende England-Fans

Noch vor Beginn der EM sind englische Fans in der südfranzösischen Hafenstadt Marseille mit Einheimischen aneinandergeraten (siehe Video oben). Die Polizei ging am Donnerstagabend auch mit Tränengas gegen einige der rund 200 Beteiligten vor, von denen viele betrunken waren. Nach einigen Minuten sei die Lage beruhigt gewesen.

Zwei Personen, darunter ein Brite, seien vorübergehend zur Befragung festgenommen worden, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Pierre-Henri Brandet, dem Sender BFMTV. Vier Polizisten seien leicht verletzt worden.

Zu den Zusammenstößen kam es gegen Mitternacht vor zwei britischen und irischen Pubs direkt am Kai des alten Hafens von Marseille. Dabei wurden Schmähgesänge wie "ISIS, where are you?" (IS, wo seid ihr?) angestimmt. Terroristen des sogenannten Islamischen Staates (IS bzw. ISIS) waren im vergangenen Jahr für die blutigen Anschläge in Frankreich verantwortlich.

Der Polizeipräfekt von Marseille, Laurent Nunez, sprach auf France Info von hoher Gewaltbereitschaft der Fans. Ein 24-Jähriger wurde festgenommen, weil er eine Bierdose auf Polizisten geworfen haben soll.

"Hinterhältiger Angriff"
Englische Zeitungen schrieben, dass einheimische Jugendliche die Fans attackiert hätten. "Das war ein hinterhältiger Angriff. Die wussten genau, wo wir waren, und wollten uns eindeutig verletzen", zitierte das Boulevardblatt "The Sun" einen Fan namens Chris Lord. Ein anderer sagte, die Engländer hätten sich nur gewehrt. Der englische Fan-Koordinator Kevin Miles sagte, Jugendliche hätten die feiernden Anhänger überfallen.

England bestreitet am Samstag sein erstes EM-Gruppenspiel gegen Russland in Marseille. Britische Medien erinnerten an Randale englischer Fans ebenfalls in Marseille während der Weltmeisterschaft 1998. Damals hatten sich zumeist betrunkene Anhänger der Three Lions über zwei Tage heftige Auseinandersetzungen mit einheimischen Jugendlichen und tunesischen Fans geliefert. Dutzende Menschen wurden verletzt.

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