Mo, 18. Dezember 2017

Stars im Formtief

14.04.2016 13:58

"Untergang von Barcelona": Der CL-Fluch hält an

Auch der FC Barcelona hat den Titelverteidiger-Fluch in der Champions League nicht beenden können. Wie schon 2014 war für den spanischen Leader im Viertelfinale gegen Atletico Madrid Endstation, diesmal mit einem Gesamtscore von 2:3. Die Katalanen sind ausgerechnet in der heißen Saisonphase in ein Tief gerutscht, es droht statt dem Triplegewinn wie 2015 womöglich eine titellose Saison.

"Die Mannschaft wollte den Titel verteidigen, die Fans wollten ihn auch, es hat aber nicht sein sollen. Wir sind natürlich enttäuscht und traurig", sagte Barca-Coach Luis Enrique nach der bitteren 0:2-Niederlage am Mittwoch im Estadio Vicente Calderon. Atletico sorgte dafür, dass die Katalanen zum zweiten Mal in den vergangenen drei Jahren schon im Viertelfinale die Segel streichen mussten.

"Wir hatten im Spiel die Kontrolle, ohne viel Gefahr zu erzeugen. Ich muss Atletico gratulieren, sie waren besser als wir", gab sich der Spanier als fairer Verlierer. Das trotz einer Fehlentscheidung von Schiedsrichter Nicola Rizzoli in der Nachspielzeit. Der Italiener entschied bei einem Gabi-Handspiel nur auf Freistoß und nicht Elfmeter, mit einem Treffer hätte sich Barca zumindest in die Verlängerung gerettet. "Es war ein klarer Elfmeter", ärgerte sich Sergio Busquets.

Barca hat damit nur eines der vergangenen fünf Pflichtspiele gewonnen, drei der jüngsten vier Partien gingen verloren. Das Ende der Serie von 39 ungeschlagenen Spielen bis zum Derby gegen Real Madrid am 2. April (1:2) scheint also seine Spuren hinterlassen zu haben. "Es ist augenscheinlich, dass wir in ein Loch gefallen sind. Wir sind nicht in Topform, uns fehlt die Effizienz, vor allem wenn man in Betracht zieht, auf welchem Niveau wir heuer schon gespielt haben", erklärte Luis Enrique.

Lionel Messi im Formtief
Superstar Lionel Messi läuft auch seiner Topform hinterher, er erlebte sein fünftes Barca-Pflichtspiel ohne Torerfolg hintereinander. Es ist der schlechteste Lauf des Stürmerstars seit April 2010, sein letzter Treffer gelang ihm am 16. März beim 3:1-Erfolg in der Champions League gegen Arsenal. Kritik gab es auch deshalb von den Medien. "Der Untergang von Barcelona. Das Verschwinden von MSN (Messi-Suarez-Neymar) kostet Barca die Titelverteidigung", schrieb beispielsweise die "Marca". "Das Dreigestirn von Barca war nicht zu sehen. Messi irrte über den Platz", stand in der "AS".

Die nächste Chance auf einen Treffer bietet sich am Sonntag zum Abschluss der 33. Runde der spanischen Primera Division im Heimspiel gegen Valencia. Da darf sich die Luis-Enrique-Truppe nicht den nächsten Ausrutscher nach dem jüngsten 0:1 gegen Real Sociedad leisten. Barca (76 Punkte) führt zwar die Liga noch immer an, Atletico (73) und Real Madrid (72) sitzen dem Leader aber im Nacken.

"Die Saison ist noch nicht zu Ende, es warten noch wichtige Spiele auf uns. Wir haben zwei Bewerbe, wo wir große Chancen auf den Titel haben, das sind attraktive Ziele", richtete Luis Enrique bereits den Blick nach vorne. Im nationalen Cup bekommen es Messi und Co. am 21. Mai im Finale mit dem FC Sevilla zu tun.

Atletico hat keinen Wunschgegner
Atletico fiebert dagegen der Halbfinal-Auslosung am Freitag (11.30 Uhr) in Nyon entgegen - ohne einen Wunschgegner zu haben. "ManCity hat enorme wirtschaftliche Kraft und außergewöhnliche Spieler, Real und Bayern haben große Tradition, es sind alles großartige Teams. Für uns ist es toll, da dabei zu sein, wir können aber noch mehr erreichen", hat Atletico-Coach Diego Simeone noch nicht genug. Großes Ziel ist der erste Champions-League-Titel der Vereinsgeschichte, 2014 hatte der Klub im Finale gegen Real in der Verlängerung den Kürzeren gezogen.

Gegen Barca machte Atletico vor eigenem Publikum einen 1:2-Rückstand aus dem Hinspiel wett. "Es war ein Duell zweier Mannschaften mit unterschiedlichen Waffen und diesmal haben wir gewonnen", sagte Simeone. Antoine Griezmann war nach einem Doppelpack der gefeierte Held. Der Franzose traf per Kopf nach Niguez-Vorarbeit (36.) und verwertete zudem im Finish einen Elfmeter nach einem Iniesta-Handspiel (88.). "Wir haben gegen eines der besten Teams in der Welt gewonnen und können stolz auf uns sein. Unsere Fans pushen uns zu solchen Leistungen, der Erfolg gehört auch ihnen", meinte der 25-Jährige.

Doch nicht nur dem Doppeltorschützen gebührt Lob, die Atletico-Defensive präsentierte sich von ihrer besten Seite, ließ den Barca-Traumsturm kaum zur Entfaltung kommen. "Wir haben nie aufgehört, daran zu glauben. Es war wunderschön von der Seitenlinie anzusehen. Solche Momente sind einzigartig im Fußball", freute sich Simeone mit seiner "Gruppe ehrlicher Arbeiter". Die hat am 26./27. April bzw. 3./4. Mai die vorletzte Hürde auf dem Weg zum Titelgewinn vor sich.

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