Fr, 25. Mai 2018

Hochhaus für Tote

18.10.2014 07:59

Israel baut aus Platzmangel vertikalen Friedhof

Auf Israels Friedhöfen herrscht Platzmangel. Die Stadtväter von Tel Aviv versuchen dieses Problem nun mit einem radikalen Konzept zu lösen und lassen vertikale Bestattungsbauten errichten. In den 30 Gebäuden am Stadtrand entstehen 140.000 Gräber, die das Platzproblem für die nächsten 25 Jahre lösen sollen.

Der Yarkon-Friedhof ist der Hauptfriedhof Tel Avivs. Er ist rund 60 Hektar groß und verfügt derzeit über 110.000 Grabplätze. Mit den neuen Bauten soll die Kapazität auf etwa 250.000 Gräber steigen. "Es gibt einfach keinen Platz", sagt Architekt Tuvia Sagiv. "Es ist unsinnig, dass wir in Hochhäusern übereinander leben und dann in Villen sterben. Wenn wir schon übereinander leben, dann können wir auch übereinander sterben."

Selbst Sagiv bezeichnet ein bereits fertiggestelltes, 22 hohes Gebäude als "am sinnvollsten, aber schon gewöhnungsbedürftig." Jedes Stockwerk der stufenförmig angelegten, unauffälligen Hochhäuser bildet quasi einen eigenen Friedhof. Wenn die Anlage fertiggestellt ist, soll für das kommende Vierteljahrhundert ausreichend Platz für Tel Avivs Tote sein.

Ähnliche Lösungen in anderen Großstädten
Ähnliche Probleme gibt es auch in anderen Großstädten, wie z.B. in Santos in Brasilien. Dort wurde ein Gebäude mit über 30 Stockwerken errichtet. Rund 180.000 Menschen können darin bestattet werden. Einen vertikalen Friedhof gibt es auch in Japans Hauptstadt Tokio, in Paris, Mumbai, Peking und Mexiko-Stadt sollen demnächst welche errichtet werden.

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