So, 17. Dezember 2017

Bis Mitte Oktober

08.07.2014 18:41

Ecclestone-Prozess dauert länger als geplant

Der Bestechungsprozess gegen Bernie Ecclestone vor dem Landgericht München zieht sich länger hin als geplant. Richter Peter Noll legte am Dienstag zusätzliche Termine bis Mitte Oktober fest, bisher waren nur bis September Prozesstage geplant gewesen. Der 83-Jährige muss sich wegen Bestechung des ehemaligen Bankvorstandes Gerhard Gribkowsky verantworten. Er hat die Vorwürfe aber zurückgewiesen und von einer Erpressung durch den Ex-Banker gesprochen. Der Showdown zwischen beiden Männern wird nun verschoben: Statt am 30. Juli soll Gribkowsky nun am 14. August zur abschließenden Zeugenvernehmung kommen.

Seine Zahlungen an den damaligen BayernLB-Vorstand Gribkowsky soll Ecclestone nach Darstellung eines Zeugen jedenfalls absichtlich verschleiert haben. Der frühere Wirtschaftsberater des Formel-1-Geschäftsführers sagte am Dienstag im Zeugenstand, der Brite habe ihn im Jahr 2007 damit beauftragt, die Zahlungen an den Banker über eine Firma in Panama abzuwickeln.

"Er wollte nicht, dass sein Name in Erscheinung tritt"
"Herr Ecclestone hat mir den Auftrag gegeben, diese Operation für ihn durchzuführen", erklärte der 76-Jährige. Den Grund für die Zahlung habe Ecclestone aber nicht genannt und auch darum gebeten, seine Identität herauszuhalten. "Er wollte natürlich nicht, dass sein Name in Erscheinung tritt." In mehreren Teilbeträgen überwies die Firma Lewington in Panama schließlich 22 Millionen Dollar (16,19 Millionen Euro) an Gribkowsky.

Geld in ähnlicher Größenordnung floss zudem über Ecclestones Familienstiftung Bambino an Gribkowsky. Die Ankläger gehen davon aus, dass es sich bei Lewington um eine Briefkastengesellschaft gehandelt habe, die nur den Zweck hatte, die Geldflüsse zwischen Ecclestone und Gribkowsky zu verschleiern. "Lewington hat nichts produziert", sagte der Zeuge auf Nachfragen des Richters.

Geld an Stiftung für Familien Krebskranker überwiesen
Auch Gribkowsky ließ sich die Millionen nicht auf sein privates Girokonto überweisen, sondern an eine Stiftung Sonnenschein in Österreich, die sich angeblich um die Familien krebskranker Kinder kümmerte. Mit dem Geld wollte Ecclestone laut Anklage erreichen, dass Gribkowsky die Mehrheit an der Formel 1, die damals der Bayerischen Landesbank gehörte, an seinen Wunschkäufer CVC veräußerte.

Das luxemburgische Investmentunternehmen kaufte die Mehrheit schließlich im Jahr 2006 und besitzt sie noch heute. Am Mittwoch soll CVC-Mitbegründer Donald MacKenzie als Zeuge dazu aussagen, wie der Kauf abgelaufen ist. Er hatte im vergangenen Jahr mit Ecclestones Entlassung als F1-Chef gedroht, sofern sich dieser strafbar gemacht habe. Bis zu einem möglichen Urteil dürften aber noch Monate vergehen.

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