Sa, 25. November 2017

21. Februar 2014

20.02.2014 21:57

Dagegen ist Formel 1 ein „Kinderspiel“

Skirennen bei Badewetter - eine tückische Geschichte, wie man in Sotschi sieht. Klar, dass just nach dem Riesentorlauf eine Materialdiskussion begann. Ich kann mich gut erinnern, dass ich mich der Kritik aussetzte, weil ich mich intensiv mit dem Thema Setup beschäftigt habe. In der Zwischenzeit gehört es zum guten Ton.

Ich vergleiche es gerne mit der Formel 1. Wobei im Skisport die Komponente Mensch mit seinen verschiedenen anatomischen Eigenheiten eine ungleich größere Rolle spielt. Und Asphalt weist im Rennbereich bei weitem nicht so extreme Ausformungen auf wie Schnee, ist ja auch kein Naturprodukt. Das alles macht die Suche nach der richtigen Materialabstimmung so interessant.

Schnee hat sich über Kant- zu Rundkorn umgewandelt
In Sotschi sind frühlingshafte Bedingungen, der Schnee hat sich vom Schneekristall über Kant- zu Rundkorn umgewandelt. Und da ist vom Material besondere Aggressivität gefragt. Eines allerdings gleich vorweg: Was beim einen funktioniert, muss bei einem anderen noch lange nicht passen. Und ich behaupte auch, dass das die Erklärung für den einen oder anderen Zufallsolympiasieger liefert.

Oft ist der Griff zum richtigen Zeug einfach Glückssache. Auf Dauer allerdings setzen sich die durch, die neben skifahrerischem Talent für sich selbst auch in der Lage sind, komplexe Zusammenhänge in Bezug aufs Setup zu kapieren. Sich damit auseinanderzusetzen, nichts dem Zufall zu überlassen, bedeutet allerdings einen irrsinnigen Aufwand und auch viel Teamwork, in guten wie in schlechten Zeiten.

Grob zusammengefasst, geht es um das Zusammenspiel folgender Bestandteile: Aufbau des Skis, seine Länge, Breite, Taillierung und Oberfläche, Schliff des Belags, Kantenwinkeln, Kantenbreite. Dann die Beschaffenheit der Bindungsplatte, meist aus Plastik oder Alu, und ihre Beweglichkeit, Bindung und vor allem der Skischuh, die erste Verbindung zwischen Mensch und Material.

Der richtige Schuh ist eine Wissenschaft
Allein, den richtigen Skischuh zu wählen, stellt heute eine Wissenschaft dar. Da spielen Dinge wie die verschiedensten Sohlenschleifwinkel, die Beschaffenheit der Schuherhöhungen, Canting, Neigungswinkel, Schalenhärte, Spoiler, Innenschuh und zu guter Letzt Einlagsohlen eine Rolle. Im Übrigen wäre es schließlich noch ganz gut zu wissen, ob man O- oder X-Beine hat.

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