Di, 16. Jänner 2018

Für Drago wird's eng

25.05.2012 10:20

"Ösi-Depp" am Pranger: "Dümmer, als Basel erlaubt"

Langsam wird's eng für Aleksandar Dragovic. Nach seiner halbherzigen Stellungnahme bei der Meisterfeier des FC Basel, in der Dragovic sich süffisant für den Klaps auf die Glatze von Minister Maurer entschuldigte, "weil ich es für den Verein tun muss", schießen sich nun Schweizer Medien und seine Vorgesetzten auf ihn ein. Und sparen dabei nicht mit brachialen Formulierungen. Die "NZZ" etwa nennt den ÖFB-Legionär "dümmer, als der FC Basel erlaubt", für den "Blick" ist der 21-Jährige schlicht "deppert" bzw. ein "Ösi-Depp".

Es hätte ein harmloser Spaß werden sollen. Bei der Pokalübergabe nach dem gewonnenen Cup-Finale vor etwa einer Woche fuhr der Ex-Austrianer im Siegestaumel seine rechte Hand aus und "rasierte" damit die Glatze von Bundesminister Ueli Maurer. Was von Dragovic als spätpubertäre Showeinlage gedacht war, stieß der Fußball-Schweiz sauer auf, ein Aufschrei ging durch das Land. Dragos Arbeitgeber, der FC Basel, forderte eine Entschuldigung.

"... oder wie der auch immer heißt"
Die lieferte Dragovic bei der offiziellen Meisterfeier dann auch - allerdings nicht aus Überzeug, viel eher trat er noch einmal nach, zeigte nicht einen Funken Reue, wie dieses vom Blick veröffentlichte Tondokument belegt: Darin spricht ein leicht überheblicher Dragovic davon, dass der Glatzen-Klaps "sehr, sehr viel Spaß gemacht" habe: "Dieser Ueli Maurer oder wie der auch immer heißt. Ich kann mich nur bei ihm entschuldigen - auch wenn es sehr, sehr schwer fällt. Aber ich muss es leider tun wegen dem Verein", stammelte er ins Mikrofon, während ihm Tausende Fans begeistert zujubelten.

"Dümmer geht's nimmer!"
Den Schweizern Medien ist der Geduldsfaden jetzt endgültig gerissen. Dragovic verliert bei "Blick" und Co. sukzessive an Kredit. "Dümmer geht's nimmer! Oder wie die Österreicher sagen: Deppert. Es ist schwer, andere Worte zu finden für die neuste Entgleisung von Ösi Dragovic", keift etwa der "Blick" auf seiner Homepage, ehe er den Ex-Austrianer als "Ösi-Depp" brandmarkt. Kaum schmeichelhafter attestiert ihm die "NZZ", "dümmer, als der FC Basel erlaubt", zu sein.

"Er überlegt zu wenig"
Für den Innenverteidiger aber wohl noch schwerwiegender: Auch die Vereinsführung des FC Basel scheint langsam genug von Dragos Späßchen zu haben. Klubboss Bernhard Heusler spricht von einer "persönlichen Enttäuschung" und erklärt: "Aleks überlegt manchmal leider zu wenig, bevor er handelt." Heusler kündigt eine "kulminierte Sanktion" an.

Und auch Trainer Heiko Vogel findet klare Worte für das fragwürdige Verhalten seines Innenverteidigers: "Drago ist ein junger Mensch, der auch Fehler machen darf. Aber leider hat er die jetzt öfter gemacht. Daran gibt es nichts schönzureden." Erst bei der inoffiziellen Meisterfeier hatte der 21-Jährige für Wirbel gesorgt, weil er eine Fackel zündete - und deswegen wegen schlechter Vorbildwirkung vom Fußballverband abgemahnt wurde.

Dragovic muss für Entschuldigung in die Schweiz reisen
Dragovic muss sich nun jedenfalls persönlich bei Bundesrat Ueli Maurer, der den seltsamen Scherz eigentlich bereits als "lächerliche Bagatelle" abgehakt hatte, entschuldigen und dafür extra aus Wien in die Schweiz reisen. Um eine saftige Geldstrafe vom Verein wird er außerdem wohl auch nicht umhinkommen.

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