Sa, 16. Dezember 2017

"Nur noch genossen"

29.04.2012 12:01

Wiesberger feiert Premierensieg auf Golf-Europa-Tour

367.500 Euro machen den größten Siegerscheck aus, den je ein Österreicher im Golfsport gewonnen hat. Seit Sonntag sind sie in Händen des Burgenländers Bernd Wiesberger, der sich beim zur Europa-Tour zählenden und mit 2,205 Mio. Euro dotierten Ballantine's Open Incheon mit fünf Schlägen Vorsprung durchsetzte. Der 26-Jährige ist der dritte Austro-Golfprofi, der auf der Herrentour gewonnen hat. Im "Race to Dubai" verbesserte sich Wiesberger auf Platz 13.

Wiesberger kam auf dem Par-72-Kurs nach einer soliden Par-Runde (18.) exzellent ins Spiel, übernahm auf der zweiten Runde dank hervorragender Leistung beim Putten und einem Score von 65 die Führung und verteidigte diese mit einer 65er und einer 68er zum Abschluss am Sonntag. Der Schützling von Österreichs Trainer-Legende Claude Grenier blieb auf den letzten 59 Löchern ohne Schlagverlust und verwies mit gesamt 270 Schlägen als jüngster Sieger der Ballantine's Open den Briten Richie Ramsay (275) sowie den Franzosen Victor Dubuisson und den Australier Marcus Fraser (je 277) auf die weiteren Plätze.

"Ich habe einfach nur versucht, es zu genießen. Ich hatte die drei besten Runden meines Lebens", wurde Wiesberger, der sich mit dem Premierensieg in seinem 71. European-Tour-Event in der Weltrangliste von Position 170 auf ungefähr 95 verbessern wird, auf der Website europeantour.com zitiert. Beste Ergebnisse auf der Tour waren zwei zweite Plätze 2011 bei der Johnnie Walker Championship Gleneagles und den Südafrika-Open 2011, in seiner Karriere hat er damit bereits über eine Million Euro verdient. Mit dem Sieg hat Wiesberger die Tourkarte bis Ende 2014 sicher. Und im "Race to Dubai" liegt er mit nun 438.464 Euro nun auf dem hervorragenden 13. Platz, damit hat er schon jetzt gute Chancen auf das Saison-Finale.

"Die letzten Löcher einfach nur noch genossen"
Er habe versucht, ohne Bogey durchzukommen, und das sei ihm ziemlich gut gelungen, erläuterte Wiesberger seine Taktik für den Schlusstag. "Mein Plan war, möglichst viele Grüns zu treffen und Putts zu lochen. Ich bin auch nicht nervös geworden, denn ich hatte ja drei, vier Schläge (Vorsprung/Anm.)." Auch einen kniffligen Moment am zwölften Loch überstand er schadlos. "Und dann habe ich versucht, die letzten Löcher einfach nur noch zu genießen."

Noch am Sonntag reiste Wiesberger nach Hause, zuvor wollte er sich aber noch einen Whiskey des Turnier-Namensgebers genehmigen. Der zweitplatzierte Ramsay nahm die Niederlage gelassen zur Kenntnis. "Bernd hat fantastisch gespielt. Wenn du schon geschlagen wirst, dann sollte es jemand sein wie er, denn er ist ein netter Kerl." Er prophezeit dem Sportler des GC Fontana eine große Zukunft. Der Australier Fraser meinte: "Einen Typ mit seiner Größe, der so weit schlägt und so unglaublich puttet, sieht man nicht so oft. Auf dem Platz ist er ein absoluter Gentleman. Es hat riesigen Spaß gemacht, da draußen zu sein und ihn zu beobachten."

Wiesberger wurde am 8. Oktober 1985 in Wien geboren, er lebt seitdem in Oberwart. Die Eltern Klaus und Claudia Wiesberger betreiben ein Sportgeschäft und einen Golf-Shop. Auch der drei Jahre jüngere Bruder Niki spielt wie alle Familienmitglieder Golf. Bernd Wiesberger ist Absolvent der BHAK in Oberwart, im HSZ Seebenstein leistete er seinen Grundwehrdienst ab. Mit dem Golfsport begann er bereits 1992 als Sechsjähriger, 1997 stellte sich der erste Erfolg in Form des österreichischen Schülermeistertitels ein. Bestes Amateur-Handicap ist +3,2, Profi ist er seit Ende 2006. 2009 betritt er sein erstes Jahr auf der European Tour.

Vor Wiesberger waren 2006 in Oberwaltersdorf und 2007 in Shanghai Markus Brier sowie 2010 im französischen Lumbres Martin Wiegele erfolgreich.

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