Fr, 25. Mai 2018

Wütender Empfang

28.09.2011 23:14

Polizeischutz für Carlos Tevez nach CL-Eklat in München

Der Eklat rund um die verweigerte Einwechslung bei der 0:2-Pleite in München hat Carlos Tevez nicht gerade zu einem Fanliebling bei Manchester City werden lassen. Bei der Ankunft des Teams in Nordengland wurde dem Argentinier eine Polizeieskorte zur Seite gestellt, um ihm aufgebrachte Fans vom Leibe zu halten. Umrundet von Sicherheitskräften machte sich der Stürmer schließlich auf den Weg nach Hause - wohl für längere Zeit. Denn am späten Mittwochabend sprach der Verein vorerst eine rund zweiwöchige Suspendierung aus.

Der bestbezahlte Spieler der Premier League hatte sich am Dienstag in der Allianz-Arena geweigert, eingewechselt zu werden. Dies brachte freilich Manchester-Trainer Roberto Mancini auf die Palme: "Wir sind fertig. Tevez wird unter mir nie wieder für City spielen."

Tevez war 2009 vom Stadtrivalen Manchester United zu den "Citizens" gekommen und hatte immer wieder für Wirbel gesorgt. Im Sommer wollte er den britischen Verein unbedingt verlassen, weil er Heimweh nach Südamerika und seiner Familie hatte. Ein Wechsel zu Corinthians São Paulo zerschlug sich in letzter Sekunde, der Stürmer blieb in Nordengland (siehe auch Infobox). Dafür wurde aber seine Familie auf die Insel geholt, um den "Wohlfühl-Faktor" für den Argentinier zu erhöhen.

Tevez: "Ich war nicht in der Lage zu spielen"
Am Dienstagabend kam es auf der Ersatzbank von ManCity aber zu einem erneuten Eklat, als Tevez seine Einwechslung beinhart verweigerte. "Ich habe mich nicht wohlgefühlt, ich war nicht in der Lage zu spielen", erklärte der Starkicker nach der 0:2-Pleite dem TV-Sender Sky. Daraufhin kündigte Mancini an, den Spieler aus dem Kader zu streichen.

Den argentinischen Stürmer ließ dies überraschenderweise ziemlich kalt, suchte die alleinige Schuld bei seinem Trainer: "Das ist seine Entscheidung, ich bin damit einverstanden. Ich habe mich immer professionell verhalten. Ich war in der vergangenen Saison Torschützenkönig, so etwas verdiene ich nicht. Es stimmt, im Sommer wollte ich mal gehen. Jetzt ist meine Familie in England, ich bin glücklich. Der Trainer schenkt mir kein Vertrauen, schon die ganze Saison nicht."

Am Mittwoch kam hingegen zumindest eine leise Entschuldigung von Tevez, der von einem "Missverständnis" auf der Bank sprach: "Ich möchte mich bei allen ManCity-Fans entschuldigen, zu denen ich immer ein besonderes Verhältnis hatte. Ich hoffe, sie verstehen, dass ich auf dem Fußballfeld immer nur das Beste für den Klub herausholen wollte."

In den nächsten Tagen soll es nun zu einer Aussprache im Klub kommen. City will den Vorfall genau untersuchen und danach über das weitere Vorgehen entscheiden, hieß es in einer Stellungnahme des Vereins vom Mittwochabend, in der auch die Suspendierung bekannt gegeben wurde.

Abmahnung für Edin Dzeko
Aber nicht nur das Verhalten von Tevez sorgte für Aufregung, auch auf Edin Dzeko war Mancini nach dem Spiel sauer. Der Bosnier hatte bei seiner Auswechslung in der 55. Minute seinen Unmut über diese Trainerentscheidung offen zur Schau gestellt. "Das ist das letzte Mal, dass ich ein solches Verhalten toleriere", empörte sich der Trainer. "Er hat schlecht gespielt. Eigentlich sollte ich unglücklich sein und nicht er."

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