So, 27. Mai 2018

Torflaute bei Rapid

15.09.2011 15:56

Ex-Knipser Jancker: "Mit Gewalt geht sicher gar nichts"

Die Zusatzbelastung Europa League hätte Rapid nur allzu gerne auf sich genommen – so blieb die alarmierende Leistung beim 1:1 gegen Mattersburg länger im Hinterkopf. Aber wann, wenn nicht am Samstag gegen Schlusslicht Kapfenberg soll es im Hanappi-Stadion klappen? Einer, der selbst bei einem Neuaufbau dabei war, predigt Geduld: Carsten Jancker.

Den hat er zu Beginn seiner Erfolgskarriere vor 16 Jahren bei Rapid unter Ernst Dokupil mitgemacht. Und später in München bei Bayern bemerkt, dass Umbauten nicht von heute auf morgen gelingen. Auch er, der Champions-League-Sieger, Vizeweltmeister und deutsche Meister machte als Stürmer Zeiten mit, in denen er wochenlang nicht traf.

"Im Training treffen sie nach Belieben"
"Man kann kein Zeitlimit setzen, bis die neue Spielphilosophie eines neuen Trainerteams mit einer stark veränderten Mannschaft greift. Sicher ist Rapids Situation nicht befriedigend. Aber mit Gewalt geht gar nichts."

"Die Stürmer treffen im Training fast nach Belieben. Aber im Spiel beginnt man nachzudenken. Oft sind es nur Kleinigkeiten, warum es läuft oder nicht. Manchmal ist es auch so, dass man nur vom Ball richtig am Hinterkopf getroffen werden muss, damit es plötzlich klappt. Ohne dass man wirklich weiß, warum."

Gegen Kapfenberg seit 56 Jahren ungeschlagen
Mitunter kümmert sich ja Jancker als Sportchef für Amateure und Nachwuchs auch in einem Spezialtraining um die Rapid-Stürmer. Wenigstens einer hat zuletzt getroffen: Christopher Trimmel – und wem gelingt das am Samstag? Gegen Kapfenberg ist Rapid seit 56 Jahren unbesiegt, gewann alle Heimspiele seit dem Wiederaufstieg der Steirer.

Durch den Kreuzbandriss von Thomas Schrammel ist Trainer Peter Schöttel zur achten Aufstellungsvariante im achten Spiel gezwungen – Routinier Katzer ist wieder Linksverteidiger. 12.500 Karten sind bisher verkauft – etwas weniger als eine Woche zuvor zum Mattersburg-Match. Die Enttäuschung hinterlässt eben doch ihre Spuren.

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