Do, 24. Mai 2018

Trainer angezählt

15.09.2011 10:37

Inter Mailand nach CL-Blamage im Jammertal

Bei Inter Mailand herrscht Krisenstimmung. Erst drei Spiele ist die Saison jung, und schon steht das Team um Neo-Coach Gian Piero Gasperini im Zentrum der Kritik. Das 0:1 vor heimischer Kulisse gegen den türkischen Außenseiter Trabzonspor zum Auftakt der Champions League am Mittwochabend war der bisherige Höhepunkt von Inters Fehlstart.

Der Tscheche Ondrej Celustka beförderte die Mailänder mit seinem Treffer in der 76. Minute ins Jammertal. Da half es auch nichts, dass Inter gegen den Debütanten in der Königsklasse das bessere Team war. Für die Ansprüche des Champions-League-Siegers von 2010 war die Vorstellung im San Siro gegen den türkischen Vizemeister, der nur aufgrund der Sperre von Meister Fenerbahce in die europäische Eliteliga gerutscht war, eindeutig zu dürftig.

"Wenn es regnet, dann schüttet es"
"Wir sind im Moment nicht gerade vom Glück verfolgt. Wenn es regnet, dann schüttet es", meinte Gasperini nach der dritten Niederlage im dritten Spiel unter seiner Ägide. Zuvor hatte Inter bereits den italienischen Supercup gegen Milan sowie den Serie-A-Auftakt in Palermo verloren. Der mit der Arbeit bei Topklubs noch nicht erprobte Ex-Coach des FC Genoa übte sich danach in Durchhalteparolen: "Wir werden definitiv besser werden."

Italiens Medienlandschaft hatte bereits nach dem 3:4 in Palermo Diskrepanzen zwischen dem 53-Jährigen und dem mächtigen Klub-Präsidenten Massimo Moratti festgestellt. Moratti hatte die 3-4-3-Taktik seines Coaches öffentlich infrage gestellt. Gasperini spielte gegen Trabzonspor daraufhin wieder mit vier Verteidigern. Druck vonseiten seines Bosses wollte er aber nicht festgestellt haben. "Moratti hat mich immer unterstützt. Wir diskutieren Dinge, mehr ist da nicht", erklärte Gasperini.

Kapitän Zanetti bittet um Geduld
Moratti selbst machte seinen Trainer nicht für die Niederlage verantwortlich. Er brauche noch mehr Zeit. Auch Inters Spieler stellten sich nach der Pleite hinter ihren Coach. "Wir durchleben eine schwierige Phase. Ich hoffe, die Fans verstehen, dass wir nur gemeinsam da rauskommen", appellierte Kapitän Javier Zanetti an die enttäuschten "Interisti".

Augenscheinlich ist dennoch, dass Inters Pannenserie munter weitergeht. Da passt es auch dazu, dass der für Samuel Eto'o geholte Torjäger Diego Forlan in der Champions League im Herbst nicht spielberechtigt ist. Dabei vermissten die Nerazzurri gegen Trabzonspor vor allem einen Vollstrecker. Der Triple-Gewinner von 2010 war zwar überlegen, schaffte es aber nicht, den starken türkischen Torhüter Tolga Zengin zu bezwingen.

In der Champions League warten auf Italiens ehemaligen Serienmeister nun weitere unangenehme Reisen. Am 27. September gastiert Inter bei ZSKA Moskau, am 18. Oktober folgt das Auswärtsspiel beim französischen Meister Lille. Die beiden Teams hatten sich am Mittwoch mit einem 2:2 getrennt. Der aktuelle Spitzenreiter in Gruppe B heißt damit überraschend Trabzonspor.

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