Mo, 18. Dezember 2017

Schwimm-EM

11.08.2010 18:29

Markus Rogan holt Silber über 200 m Lagen - Cseh siegt

Markus Rogan hat am Mittwoch in Budapest Langbahn-EM-Silber über 200 m Lagen geholt, sein persönliches Saison-Hauptziel damit allerdings verpasst. Der 28-Jährige fixierte in 1:58,03 Minuten persönliche Saisonbestzeit, war aber um drei Zehntel langsamer als der ungarische Lokalmatador Laszlo Cseh. Rogan hatte sich klar den Titelgewinn als Ziel gesetzt. Es ist die erste Medaille des österreichischen Teams bei diesen 30. Kontinental-Titelkämpfen.

"Wenn du ein Jahr nichts anderes machst als auf das hinarbeiten und dann verfehlst du es um drei Zehntel, das tut schon weh", war Rogans erste Stellungnahme gegenüber den ihn nach dem Endlauf erwartenden österreichischen Journalisten. "Vielleicht war es zu schnell am Anfang, Hauptgrund für die Niederlage war aber Laszlo." Der Lokalmatador hatte dem Druck vor Heimpublikum standgehalten und diesen Titel zum dritten Mal en suite geholt.

Ungar Cseh war einfach zu stark
Das ganze Rennen über lag der Magyar vor dem OSV-Ass. Auf der Delfinlage mischten zwar auch noch der Deutsche Steffen Deibler und der später in 1:59,46 mit Bronze dekorierte Brite Joe Roebuck mit, doch die Rückenlage trennte die Spreu vom Weizen. Diese Länge brachte auch die Vorentscheidung, da Cseh Rogan auf dessen eigentlicher Lieblingslage zwei Zehntel abnahm und die zweite Rennhälfte mit einem Bonus von 96/100 in Angriff nahm.

Hatte Rogan Cseh bei den Kurzbahn-Europameisterschaften im Dezember in Istanbul auf der Brustlage überrumpelt, schlug der Ungar nun in Rogans Domäne zurück. Der Wiener demonstrierte zwar ein weiteres Mal seine neue Stärke auf Brust, indem er seinem Kontrahenten auf diesen 50 m exakt eine halbe Sekunde abnahm, auf den abschließenden Kraul ließ ihn der "Local Hero" aber nur noch um weitere 16/100 herankommen.

Rogan streicht 100-m-Kraul-Bewerb
"Ich habe gedacht, dass ich die Kraul schneller kann", suchte Rogan den Grund für die persönliche Niederlage. Der 28-Jährige meinte, es vielleicht zu schnell angegangen zu sein. Seine erste Zwischenzeit deutete nicht darauf hin. Auf die Frage nach den Konsequenzen für die Karriere ging Österreichs erfolgreichster Schwimmer mit einer resignierenden Handbewegung wortlos zum Ausschwimmbecken, für die 100 m Kraul am Donnerstag ließ er sich streichen.

Es ist nichtsdestotrotz die 29. Medaille des Kurzbahn-Europarekordlers, mit deren 15 glänzen mehr als die Hälfte davon in Silber. Zum fünften Mal wurde er auf Langbahn-EM-Ebene Zweiter. Beachtlich, dass er seinen am 9. Juni im Mare-Nostrum-Meeting in Barcelona fixierten österreichischen Rekord um gleich 1,09 Sekunden verbesserte. Nach Ende der Ganzkörperanzüge bzw. seit Jahresbeginn wurden nur diese beiden OSV-Bestmarken fixiert.

Medaillenchance für Jukic am Donnerstag
Am Donnerstag rund um 18 Uhr könnte es für Österreichs Team etwas mit der zweiten Medaille bei diesen Titelkämpfen werden. Dinko Jukic kam über 200 m Delfin in 1:57,81 Minuten als Drittbester der Semifinalläufe weiter, hatte sich für das Finale noch Reserven aufgehoben. Den polnischen Schnellsten Pawel Korzeniowski schätzt der Wiener im Medaillenkampf am stärksten ein, doch er hatte für die Titel-Entscheidung auch schon eine Taktik parat.

"Bis 100 m sollte ich mithalten können, da ging es relativ locker", erklärte Jukic. "Auf dem dritten 50er muss ich aber zulegen, da muss ich mitgehen." Korzeniowski war da in der Vorschlussrunde davongezogen, demonstrierte seine Stärke. Den Russen Nikolaj Skworzow schätzt Jukic etwas schwächer, aber noch immer stark ein. Dazu kommt noch Ioannis Drymonakos, der Grieche hat erst kürzlich eine zweijährige Dopingsperre abgesessen.

Hunor Mate verpasst Endlauf über 200 m Brust
Knapp am Endlauf vorbei ging es für Hunor Mate über 200 m Brust, der gebürtige Ungar zeigte jedoch eine anspruchsvolle Leistung. In 2:12,68 Minuten war er um eine knappe Sekunde schneller als im Vorlauf, verpasste den Aufstieg als Neunter um 57/100. Über 100 m Brust war Mate 14. geworden. "Die Ausdauer passt, vielleicht habe ich ja auch zu spät angegriffen", sagte der 27-Jährige. "Wären es wie laut Regeln zehn Bahnen, wäre ich im Finale."

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