Unser Bundespräsident preist den Kompromiss gerne als große österreichische Errungenschaft. Doch sieht man sich die aktuelle Dynamik unserer „Dreierampel“ an, bekommt das Bild Risse. Was als Tugend verkauft wird, entpuppt sich in der Realität oft als Zerstörung guter Ideen. Es ist ein frustrierendes Muster: Eine Partei präsentiert eine zu 100% richtige und durchdachte Initiative, doch was folgt, sind wochenlange Verhandlungen, an deren Ende ein „hochgelobter“ Kompromiss steht, der die ursprüngliche Idee auf ein Drittel schrumpft. Während man sich beim Social-Media-Verbot oder der Spritpreisbremse im wochenlangen Tauziehen verliert, hat uns die Realität meist schon überholt. Bis Maßnahmen gegen die Teuerung greifen sollen, sind sie durch Preissteigerungen oft schon wieder obsolet. Ob Mehrwertsteuersenkung bei Lebensmitteln, Strom- oder Mietpreisbremsen: Lautstark verkündet, aber es kommt kaum etwas beim Konsumenten an, weil so lange „herumgedoktert“ wurde, bis die Wirkung verpufft ist. Nun droht bei der Debatte um die Wehrdienstverlängerung das nächste ideologische Blockadespiel, das am Sankt-Nimmerleins-Tag mit einem faulen Kompromiss enden wird. Unsere sich selbst lobenden „Austria Drei“ sollten eines nicht vergessen: Wer zu lange streitet und nur noch kleinste gemeinsame Nenner produziert, spielt dem lachenden Vierten in die Hände.
Josef Pratsch, Angern
Erschienen am Do, 2.4.2026
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