05.05.2003 15:40 |

Ausfall

Wenn die Reise einem Streik zum Opfer fällt

Wenn in vielen Ländern die sommerliche Streikpause zu Ende geht, stehen Nachsaison-Urlauber mitunter vor einem Problem: Die Pauschalreise muss abgesagt werden - Streik. Aus der Traum vom erholsamen Urlaub, der sich im Handumdrehen in ein großes Ärgernis verwandelt. Doch was tun, wenn die Reise einem Streik zum Opfer fällt?
Sagt der Reiseveranstalter die Pauschalreisewegen eines Streiks kurz vor dem Abflug ab, bekommt der betroffeneUrlauber sein Geld zurück", so die Experten. Ob der Kundedarüber hinausgehend auch Schadenersatz-Ansprüche geltendmachen kann, hängt davon ab, wer streikt.
 
Variante eins: Wenn z.B. Passbeamte,Fluglotsen oder das Flughafenpersonal streiken oder es sich umeinen politischen Streik handelt, gibt es keinen Anspruch aufSchadenersatz. Die Streikenden erbringen dem Reiseveranstalterkeine unmittelbaren Leistungen, der Streik fällt somit unterhöhere Gewalt. Kann der Reiseveranstalter keine kostenloseUmbuchung auf eine andere Destination anbieten oder akzeptiertder Betroffene das Alternativangebot nicht, so bekommt er seinegesamten einbezahlten Reisekosten (auch z. B. die Buchungsgebühr)zurück.
 
Variante zwei: Das eigene Personaldes Reiseveranstalters oder seiner Leistungsträger (Hoteliers,Fluglinien, Autobusunternehmen, usw.) hat die Arbeit niedergelegt.Dieser Streik fällt unter den Risiko- und Verantwortungsbereichdes Reiseveranstalters und nicht unter höhere Gewalt. DerBetroffene bekommt ebenfalls alle geleisteten Zahlungen zurückund kann außerdem Schadenersatz vom Reiseveranstalter fordern,wenn ihm extra für diese Reise schon vorher Kosten entstandensind, z.B. wegen einer speziellen Impfung.
 
Da in manchen Urlaubsländern, zu denen auchItalien zählt, Streiks in der Haupturlaubszeit schon Standardsind, kann sich der Reiseveranstalter in einem solchen Fall mangelsUnvorhersehbarkeit keinesfalls auf höhere Gewalt berufen.
Montag, 14. Juni 2021
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