Sa, 20. Oktober 2018

Nordkorea-Krise

10.10.2017 18:44

Kims Hacker stahlen Operationspläne für Kriegsfall

Brisanter Hackerangriff aus Nordkorea: Hackern des Regimes von Kim Jong Un soll es gelungen sein, vertrauliche Daten des südkoreanischen Militärs, darunter auch aktuelle Angriffspläne der USA und Südkoreas auf das stalinistische Land, zu stehlen. Auch ein Attentatsplan gegen Kim sei bei den erbeuteten Daten, wie die Nachrichtenagentur Yonhap am Dienstag unter Berufung auf den Abgeordneten Rhee Cheol Hee berichtete. Rhee zufolge soll die Information darüber aus dem südkoreanischen Verteidigungsministerium stammen.

Schon vor Monaten hatte Südkoreas Regierung einen erfolgreichen Hackerangriff eingestanden, der mutmaßlich aus Nordkorea gesteuert wurde. Rhee zufolge sei es den Hackern 2016 gelungen, in das zentrale Rechenzentrum des südkoreanischen Militärs einzudringen. Dort hätten sie sehr viele Dokumente an sich gebracht. 80 Prozent davon seien aber noch nicht einmal identifiziert. Die restlichen enthielten aber schon Dokumente von hohem "strategischen Wert", so der Abgeordnete.

235 Gigabyte an militärischen Daten erbeutet
Erst jetzt wurde öffentlich, welche Dokumente die Hacker erbeuten haben sollen. Demnach haben nordkoreanische Hacker 235 Gigabyte an militärischen Daten aus Südkorea an sich gebracht. Besonders brisant: Zu den gestohlenen Daten sollen auch geheime Operationspläne für den Fall eines Krieges zwischen den beiden verfeindeten Staaten zählen, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf den Abgeordneten Rhee der regierenden Demokratischen Partei berichtete.

Der besagte Angriffsplan mit dem Namen "Operationsplan 5015" soll auch detaillierte Abläufe für einen sogenannten Enthauptungsschlag gegen die Führung in Pjöngjang enthalten. Ein zweiter Operationsplan "3100" beschreibe die geplanten Reaktionen auf lokale Provokationen des Regimes im Norden. Die Dokumente enthalten demnach außerdem Notfallpläne für die Spezialkräfte Südkoreas und Informationen zu militärischen Einrichtungen und Kraftwerken.

Nordkorea habe die Verantwortung für den Hackerangriff bereits geleugnet und die Berichte als erfundene Behauptungen zurückgewiesen, hieß es. Laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap war die Regierung in Seoul in den letzten Jahren bereits mehrmals Cyberangriffen aus Nordkorea ausgesetzt, allerdings vor allem auf Regierungswebsites und die Infrastruktur. Die Angst vor Cyberattacken ist im stark vernetzten Südkorea groß. Pjöngjang bestritt die Vorwürfe allerdings immer.

Nordkoreas Hacker-Truppe "Einheit 180"
Experten gehen allerdings davon aus, dass Nordkorea über eigene staatliche Hacker bzw. über eine eigene Hackereinheit verfügt. So berichtete die Nachrichtenagentur Reuters im Frühjahr, der nordkoreanische Auslandsgeheimdienst unterhalte eine spezielle Cyber-Gruppe. Unter dem Namen "Einheit 180" würden Hacker neben politischen Angriffen auch zur Beschaffung von Devisen eingesetzt werden. Mit dieser Strategie sei Nordkorea erfolgreicher als mit Drogenhandel, Fälschungen und Schmuggel, erklärte der Washingtoner Nordkorea-Experte James Lewis.

Die aktuelle Enthüllung fällt jedenfalls in eine höchst angespannte Zeit auf der koreanischen Halbinsel. Die stalinistische Führung in Pjöngjang steht wegen ihrer Raketen- und Atomtests international unter Beschuss. US-Präsident Donald Trump hat im Streit über das Raketenprogramm Nordkorea wiederholt gedroht und angedeutet, dass er auch an eine militärische Aktion denkt.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Spanier wundern sich
„Scheißdreck“-Sager: Bernat-Berater kontern Hoeneß
Fußball International
Deutsche Bundesliga
Bremen nach 2:0 auf Schalke vorerst Zweiter
Fußball International
Nur 1:1 gegen Genoa
Ronaldo trifft - Juve strauchelt trotzdem erstmals
Fußball International
Mbappe trifft
PSG-Wahnsinn! Zehnter Sieg im zehnten Ligaspiel
Fußball International
Nach Skandal-PK
„Super Zeichen“ - Kimmich verteidigt Bayern-Bosse!
Fußball International
Nach 0:3 in Hartberg
Didi Kühbauer: „Weiß genau, was ich zu tun habe!“
Fußball National
Vorarlberger im Glück
LASK nur 1:1 im Heimspiel gegen Altach
Fußball National
Westderby endet Remis
Innsbruck fügt Salzburg ersten Punktverlust zu!
Fußball National

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.