So, 22. Juli 2018

Malware verbreitet?

04.08.2017 13:39

FBI nimmt gefeierten "WannaCry"-Retter fest

Marcus Hutchins soll eine große Rolle beim Kampf gegen "WannaCry" gespielt haben - nun wurde der Hacker selbst festgenommen. Wie das US-Justizministerium am Donnerstag mitteilte, soll der Brite bei Entwicklung und Verbreitung der Schadsoftware "Kronos" beteiligt gewesen sein. Hutchins wurde am Mittwoch in Las Vegas auf dem Heimweg von einer Hacker-Konferenz festgenommen.

Der Trojaner "Kronos" tauchte zum ersten Mal im Sommer 2014 auf. Er war dazu gedacht, Login-Daten im Online-Banking abzugreifen. Die US-Ermittler werfen Hutchins vor, er habe die Schadsoftware geschrieben. In der am späten Donnerstag veröffentlichten Klageschrift wird auch ein Mittäter aufgeführt - dessen Name allerdings durchgehend geschwärzt ist. Er soll "Kronos" im August 2014 für 3000 Dollar im Internet zum Kauf angeboten haben. Im Jahr darauf hätten sie den Trojaner aktualisiert und über die jüngst in einer gemeinsamen Aktion amerikanischer und europäischer Ermittler ausgehobenen Darknet-Plattform AlphaBayzum Kauf angeboten.

Durch Zufall Notschalter entdeckt
Hutchins wurde am Mittwoch auf der Rückreise von den IT-Sicherheitskonferenzen Defcon und Black Hat in Las Vegas festgenommen, die von vielen Hackern besucht werden. Die letzten Tweets von seinem Account "@MalwareBytes" setzte er vom Flughafen ab, danach war Funkstille. Hutchins arbeitet in Großbritannien für die IT-Sicherheitsfirma Kryptos Logic. Bei der explosiven globalen Ausbreitung des Erpressungstrojaners "WannaCry" Mitte Mai entdeckte er als erster eine Art "Ausschaltknopf" in der Software. Es war ein glücklicher Zufall, wie er später selbst einräumte.

Der Trojaner hatte im Mai 300.000 Computer in 150 Ländern befallen, verschlüsselte Daten auf den Rechnern und forderte Lösegeld. Auf jedem neuen Computer versuchte die Software zunächst, sich mit der Adresse "iuqerfsodp9ifjaposdfjhgosurijfaewrwergwea.com" zu verbinden. Solange sie nicht im Netz aktiv war, verschlüsselte das Programm den Rechner. Aber "WannaCry" war ungewöhnlicherweise auch darauf programmiert, den Computer in Ruhe zu lassen, wenn sich die Domain zurückmeldete.

Hutchins registrierte den Domainnamen und würgte damit die Attacke ab. "Also kann ich zu meinem Lebenslauf hinzufügen: "Habe durch Zufall eine internationale Cyber-Attacke gestoppt", schrieb er damals bei Twitter. "WannaCry" hatte unter anderem die Arbeit mehrerer Krankenhäuser in Großbritannien, Fahrplan-Anzeigen bei der Deutschen Bahn und die Produktion in mehreren Renault-Werken gestört.

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