28.07.2017 11:53 |

Internetpolizei-Chef

Twitter bleibt im Iran offiziell verboten

Irans Internetpolizei FATA will trotz mehrfacher Aufforderung durch die Regierung das landesweite Twitter-Verbot nicht aufheben. "Twitter bleibt gefiltert", sagte FATA-Chef Kamal Hadianfar am Freitag der Nachrichtenagentur ISNA.

Laut Hadianfar nutzen mehr als 750.000 Mitglieder des Terrornetzwerks Islamischer Staat den Kurznachrichtendienst als Kommunikationsmittel. Besonders nach den IS-Anschlägen in Teheran im Juni sei Twitter ein Risiko für die nationale Sicherheit, so Hadianfar.

Das Paradoxe am Twitter-Verbot: Seit Jahren haben Irans Präsident Hassan Rouhani, fast alle seiner Minister, andere hochrangige Politiker und vor allem auch die staatlichen Medien eigentlich verbotene Twitter- und Facebook-Konten. Über 45 Millionen Iraner im Land sollen die beiden Netzwerke über Datentunnel täglich benützen.

Die Behörden ernten deshalb nicht nur Kritik, sondern auch viel Sarkasmus: So wird gefragt, wie und wann die FATA über 40 Millionen Iraner, die Tag für Tag gegen ihre Vorschriften verstoßen, denn verhaften wolle.

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