18.04.2017 18:13 |

Rift Valley

Die "Krone" zu Besuch beim Marathon-Olympiasieger

Auch bei der 34. Auflage des Vienna City Marathons rollt am Sonntag ein Kenia-Express durch Wien. 15 Athleten aus dem Wunderland der Läufer werden das Rennen mitbestimmen. Rennleiter Mark Milde favorisiert Eliud Kiptanui, der mit den 2:05:21 von Berlin 2015 die schnellste Zeit des Elitefeldes aufweist. Ein 14. Männer-Sieg Kenias in Wien liegt auf der Hand. Kein Zufall, bestimmen doch Kenianer seit Jahren das Marathon-Geschehen.

Gut zwei Wochen lang forschte die "Krone" deshalb vor dem Wien-Marathon nach Kenias Erfolgsgeheimnis, war im 1800 m hoch gelegenen Rift Valley, dem legendären Tal der Läufer, 300 km westlich von Nairobi, unterwegs und hatte dank des Weltverbandes IAAF im Camp von Kaptagat eine Audienz bei Olympiasieger Eliud Kipchoge, der die Gründe für Kenias Siegesserien verriet

  • Aufstieg aus der Armut: "Im Marathon sehen viele die Chance, ihr Leben zu verbessern. Laufen bringt vor allem Essen auf den Tisch!"
  • Genetische Voraussetzung: "Wir sind von Natur aus ausdauernde, schnelle Menschen!" Kenianer haben tatsächlich Muskeln, die langsamer ermüden.
  • Gesunde Ernährung: "Wir essen viel Reis und kohlehydratreiches Ugali, ein Getreidebrei aus Maismehl! Dazu Obst und Gemüse."
  • Die Höhenlage: "Es ist ideal, stets in 1800 m zu trainieren!" So werden mehr rote Blutkörperchen gebildet, wodurch mehr Sauerstoff in die Muskeln gelangt.
  • Gemeinsames Training: "Wir trainieren in großen Gruppen, fordern uns so immer gegenseitig."

Rund 280 Kenianer bleiben so weltweit pro Jahr unter der noch immer magischen Grenze von 2:10 Stunden, sind somit 47 Sekunden schneller als Österreichs Rekord (Weidlinger 2009). Experten schätzen, dass über 1000 Kenianer von den rund 20.000 Aktiven im Rift Valley unter 2:10 laufen könnten - wenn sie nur die Chance auf einen Auslandsstart bekommen würden. Das Ausleseverfahren ist unbarmherzig hart.

Und führt in der absoluten Spitze in den letzten Jahren häufiger zum Doping-Missbrauch, wie der jüngste Fall der Olympiasiegerin Jemima Sumgong zeigt. Ihr wurde zumindest bei einer Trainingskontrolle in der A-Probe EPO nachgewiesen. Womit wieder eine Athletin aus dem "Stall" des italienischen Managers Federico Rosa überführt wurde. Gut, dass Wien keine Athleten von ihm verpflichtet hat.

Olaf Brockmann, Kronen Zeitung

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