Sa, 22. September 2018

Betreiber in Haft

27.01.2017 06:25

Stromhungrige Bitcoin-Mine sorgt fast für Blackout

Weil der Stromhunger ihrer Bitcoin-Mine so groß war, dass sie beinahe zum Ausfall der lokalen Stromversorgung geführt hat, haben die Behörden Venezuelas vier Personen festgenommen. Sie hatten illegal Strom abgezapft, um mit Spezial-Hardware Bitcoins zu schürfen, um der Armut in dem kriselnden südamerikanischen Land zu entfliehen.

Die vier Personen - drei Männer und eine Frau zwischen 25 und 57 - sollen mehr als 300 Bitcoin-Mining-Geräte betrieben und den dafür benötigten Strom illegal abgezapft haben, berichtet das IT-Portal "Golem". Die in ihrer elektronischen Mine erzeugten Bitcoins sollen die Personen verkauft haben, um im bitter armen Venezuela zumindest ein wenig Geld zu verdienen.

Doch sie flogen auf. Der Stromverbrauch ihrer 300 "Antminer" - dabei handelt es sich um spezielle Rechner, die auf das Erzeugen der Digitalwährung Bitcoin ausgelegt sind - war so groß, dass das Stromnetz der ganzen Region Charallave instabil wurde, heißt es in dem Bericht.

Polizei entdeckte illegal verkabelte Bitcoin-Mine
Die Polizei begann zu ermitteln und stieß schließlich auf die vier Personen, die den Strom illegal abgezapft und für ihre Bitcoin-Mine genutzt hatten. Dabei wäre Strom in Venezuela nicht einmal teuer. Weil der Staat die Versorgung strikt reguliert, sind die Strompreise äußerst gering. Das ist auch einer der Gründe, wieso das Erzeugen von Bitcoins in Venezuela so beliebt ist.

Der andere ist, dass die staatliche Währung, der Bolivar, seit geraumer Zeit extrem schwankt. Im vergangenen Jahr soll die Inflation zwischen 320 und 760 Prozent betragen haben, die venezolanische Währung verliert also rasant an Wert. Obwohl auch er extremen Kursschwankungen unterliegt, ist der Bitcoin für manche Bürger deshalb eine willkommene Alternative.

Bitcoin-Erzeugung wird immer schwieriger
Beim Bitcoin handelt es sich um eine digitale Währung, die von den Nutzern durch das Abarbeiten äußerst komplexer Rechenoperationen erzeugt wird. Die Menge der maximal in Umlauf befindlichen Bitcoins wurde vom Schöpfer der Digitalwährung begrenzt, jede Bitcoin-Transaktion wird überdies in einer zentralen Datenbank, der sogenannten Blockchain, protokolliert.

Je näher die Bitcoin-Gemeinde dieser Bitcoin-Obergrenze kommt, desto komplexer werden die für das Erzeugen neuer Bitcoins nötigen Rechenaufgaben. Konnte man vor einigen Jahren noch mit einem konventionellen PC Bitcoins erzeugen, braucht es heute längst Spezial-Hardware, die ausschließlich auf die komplexen Bitcoin-Berechnungen spezialisiert ist.

 krone.at
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