Fr, 26. April 2019
05.02.2017 09:00

krone.at-Test

Huawei Matebook: Surface-Rivale aus China im Test

Bei Smartphones und Tablets ist der chinesische Telekommunikationsriese Huawei auch hierzulande längst ein bekannter Name, PCs hatte der Konzern bislang aber nicht im Programm. Das ändert sich mit dem neuen Matebook nun. Huaweis Hochleistungs-Tablet bringt aktuelle Intel-Technologie sowie ein vollwertiges Windows 10 mit und lässt sich dank Tastatur-Cover verwenden wie ein Laptop. Wie sich Huaweis Surface-Rivale in der Praxis schlägt, hat krone.at getestet.

Huawei richtet sich mit seinem Hochleistungs-Tablet an Anwender, die ein mobiles Arbeitsgerät suchen, das sowohl als Tablet, als auch als Laptop verwendet werden kann. Der 6,9 Millimeter dünne Tablet-Teil im 12-Zoll-Format ist mit 640 Gramm nicht schwerer als ein iPad der ersten Generation, mit Tastatur-Cover steigt das Gewicht auf rund 1,1 Kilo.

Welche Hardware Huawei im Matebook verbaut, sehen Sie in der Leistungstabelle:

Huawei Matebook

CPU

Core m3-6Y30 ( 2 x 900 MHz) / Core m5-6Y57 (2 x 1,1 GHz)

RAM

4 - 8 GB (DDR3)

Diagonale

12 Zoll

Auflösung

2160 x 1440 Pixel

Massenspeicher

128 - 256 GB SSD

Optisches Laufwerk

nicht vorhanden

Grafiklösung

Intel HD-Graphics 515

Anschlüsse

USB-C, 3,5-mm-Klinke

Funkstandards

Gigabit-WLAN, Bluetooth 4.1, GPS

Kameras

Front: 5 Megapixel

Software

Windows 10 Home

Extras

Fingerscanner
Dockinganschluss
Tastatur-Cover
Optional: Dock

Maße

278 x 194,1 x 6,9 Millimeter; 640 Gramm (Tablet) / Mit Cover rund 1,1 Kilo

Preis

ca. 800 - 1100 Euro

In der getesteten Core-m5-Version bietet das Matebook genug Power für die tägliche Arbeit, man sollte sich allerdings keine Heldentaten von dem Gerät erwarten. Zwar reicht die gebotene Power für Surfen, Office-Arbeiten und Multimedia-Anwendungen bis hin zu gelegentlicher Bildbearbeitung. Für Videoschnitt oder gar Computerspiele reicht der extrem stromsparende Chip allerdings nicht.

Schickt man das Matebook in den Benchmark-Vergleichstest PCMark, so erzielt es mit 1964 Punkten ähnliche Wertungen wie einfachere Office-PCs oder etwas ältere Notebooks.

Gehäuse wird spürbar warm
Die dabei entstehende Hitzeentwicklung ist recht hoch: Schon nach kurzer Zeit unter Last ist das Metallchassis des Matebook spürbar heiß, wobei die größte Hitze mittig im oberen Gehäusedrittel zutage tritt - wohl, weil hier der Prozessor sitzt. Die Hitzeentwicklung ist dabei nicht auf Benchmarks begrenzt: Schon ein größerer Download sorgt dafür, dass das Gerät spürbar warm wird.

Tolles Display mit hoher Helligkeit
Einen exzellenten Eindruck hinterließ im Test das Display des Matebook. Das liegt nicht nur am 3:2-Formfaktor, der beim Arbeiten für mehr Platz in der Vertikale und insbesondere bildschirmfüllende PDF-Dokumente im Hochformat sorgt, sondern auch an der generell hohen Auflösung und der mit ihr einhergehenden Schärfe. Auch die hohe Maximalhelligkeit, die intensive Farbdarstellung und die gute seitliche Ablesbarkeit des Displays gefallen.

Nur ein USB-C-Anschluss, suboptimales Cover
Weniger gut gefällt uns die Anschlussausstattung des Matebook: Es hat nur einen einzigen USB-C-Port, über den das Gerät geladen, aber auch Peripherie angeschlossen wird. Wer ein externes Display, einen ordinären USB-Stick oder einen Kartenleser verwenden will, braucht dafür also zwingend Adapter und - will er das Gerät auch noch laden - Verteiler.

Einen solchen gibt es etwa in Form des optionalen Docks, das zahlreiche Anschlüsse nachrüstet. Es bringt einen weiteren USB-C-Port sowie zwei normal große USB-3.0-Anschlüsse sowie eine Ethernet-Schnittstelle mit und erlaubt, gleichzeitig zu laden und Peripherie zu nutzen. Schade, dass es dem Matebook nicht standardmäßig beiliegt.

Tastatur-Cover hält Tablet unzuverlässig in Position
Suboptimal ist auch das Tastatur-Cover umgesetzt: Zum einen ist der Druckpunkt der Tasten etwas schwammig, überdies biegt sich die Tastatur beim Tippen mitunter etwas durch. Der Aufstell-Mechanismus im Cover ist ebenfalls nicht optimal gelöst.

Eine Faltkonstruktion sorgt dafür, dass sich das Cover auf Wunsch in einen Ständer verwandelt, der magnetisch am Tablet haftet - allerdings nicht so fest und sicher, wie man sich das wünschen würde. Hier hat ein am Tablet befestigter Ständer à la Surface aus unserer Sicht Vorteile, obwohl auch der etwa bei der Nutzung am Schoß seine Limitierungen hat.

Saubere Verarbeitung, genug Akkulaufzeit
Die Schwächen bei den Anschlüssen und beim Tastatur-Cover wiegen doppelt schwer, weil Huaweis Matebook ansonsten ein ausnehmend sauber verarbeitetes und edles Gerät ist. Das Metallgehäuse macht einen wertigen Eindruck und weist keinerlei Verarbeitungsmängel auf, die dünnen Ränder ums Display machen das Gerät trotz zwölf Zoll Diagonale angenehm kompakt.

Und auch die Akkulaufzeit - laut Hersteller zehn Stunden, unseren Tests nach unter geringer Last eher sechs bis acht Stunden - weiß zu überzeugen. Der Fingerscanner in der Gehäuseseite und das generell geringe Gewicht des Tablet-Teils seien ebenfalls positiv hervorgehoben.

Eingabestift mit Laser-Pointer
Einen guten Eindruck hinterließ im Test auch der optionale Eingabestift Matepen, den Huawei für sein Matebook anbietet. Er bietet eine hohe Präzision mit 2048 Druckstufen, bietet drei Tasten und sorgt auf Wunsch für verzögerungsfreie Stiftbedienung. Dass der Stift im Gegensatz zum Hauptgerät nicht via USB-C, sondern microUSB geladen wird, verstehen wir allerdings nicht so recht.

Nett: Der Stift hat einen Laser-Pointer eingebaut, kann also bei Präsentationen doppelt nützlich sein: Auf Powerpoint-Folien zu kritzeln klappt damit ebenso wie auf die Wand projizierte Dinge zeigen. Schade, dass der Stift dem Gerät nicht beiliegt, sondern optional erworben wird.

Fazit: Als reines Hochleistungs-Tablet mit Windows 10 profitiert Huaweis Matebook von seinem geringen Gewicht und dem sehr guten Display. Dass es nur astatur-Cover und dem Umstand, dass gewisse Extras wie der Eingabestift oder das Dock dem Gerät nicht standardmäßig beiliegen. Im alltäglichen Gebrauch könnte sich überdies die vergleichsweise hohe Hitzeentwicklung negativ bemerkbar machen. Mankos, die auf diesem Preisniveau schwer verschmerzbar sind.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

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