Mi, 15. August 2018

Fahrstil-Lehrer

05.01.2017 12:43

"TomTom Curfer": Fitness-Tracker fürs Auto im Test

Wer nicht nur seinem Körper, sondern auch dem Auto etwas Gutes tun möchte, für den hat TomTom seit kurzem mit dem "Curfer" ein spezielles Gadget im Angebot. Der "Fitnesstracker fürs Auto" sammelt in Echtzeit Daten zum eigenen Fahrverhalten und soll so helfen, dieses zu verbessern. Das wiederum soll schließlich das Auto und somit den Geldbeutel schonen. krone.at hat es ausprobiert.

Die Installation des TomTom Curfer gestaltet sich problemlos. Die dazugehörige Gratis-App verrät nach Auswahl von Automarke und -modell, wo die für den Anschluss benötigte OBD-Schnittstelle (On-Board-Diagnose) im Auto zu finden ist. Zumindest theoretisch. Ausgerechnet das eigene Fahrzeug einer rumänischen und in Österreich durchaus prominenten Renault-Tochter scheint nämlich nicht auf.

Viele Versteckmöglichkeiten gibt es im Innenraum aber ohnehin nicht, und wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich notfalls immer noch mit einer schnellen Internetsuche behelfen, sollte der eigene Untersatz in der App nicht gelistet werden. Ob der Curfer ganz generell in Ihrem Auto funktioniert, können Sie auf der TomTom-Website überprüfen. Dem Hersteller nach wird das Gadget von den meisten Pkw ab Baujahr 2005 unterstützt.

"Road Warrior" oder "Easy Rider"?
Erst einmal angesteckt, muss der Curfer dann nur noch per Bluetooth mit der App gekoppelt werden, um in Echtzeit Feedback zu etwa Beschleunigungs-, Brems-, Kurven und Leerlaufverhalten zu geben. So hagelt es nach dem ersten Erfolg für das Starten des Motors erst einmal Kritik, weil dieser vor der nächsten Kreuzung zu lange sinnlos vor sich hinlief. Danke, Badner Bahn. Derartige Verstöße werden umgehend mit einem Punktabzug bestraft, bis die Anzeige schlimmstenfalls von grün über gelb in den roten Bereich wechselt.

Basierend darauf gibt es am Ende jeder Fahrt eine abschließende Auswertung. Das Ergebnis - "Road Warrior" oder doch "Easy Rider"? - kann per Smartphone direkt mit Freunden geteilt werden. Interessierte erfahren darüber hinaus nicht nur, wie lange und schnell sie unterwegs waren, sondern auch, welche G-Kräfte während der Fahrt auf sie wirkten. Muss man nicht wissen, aber unterhaltsam ist es allemal.

Auch für Laien verständlich
Für den Laien vermutlich weniger interessant, weil schwer zu interpretieren dürften dagegen die erweiterten Leistungsdaten sein, über die der Curfer während der Fahrt Einblick gibt, darunter je nach Fahrzeugmodell und Baujahr Batterieladestand, Öltemperatur, Motorlast, Ansaugdruck oder Drosselklappenstellung. TomTom hat allerdings vorgesorgt und auch hier ein simples Ampel-System installiert, das auch all jenen Nutzern, die keine KFZ-Meister sind, schnell und unkompliziert verrät, ob - im wahrsten Sinne des Wortes - alles im grünen Bereich ist.

Eine in die App integrierte "Car Finder"-Funktion erleichtert zudem die Suche nach dem mal wieder wer weiß schon wo abgestellten Fahrzeug.

Und was nun?
Wie bei jedem gewöhnlichen Fitness-Tracker stellt sich am Ende aber auch beim Curfer die Frage, was man mit den gesammelten Daten anfängt und daraus macht. TomTom verspricht, dass Nutzer mit der Zeit immer effizienter fahren und dadurch letztlich ihr Auto und den Geldbeutel schonen würden. Das setzt allerdings - wie beim Sport - eine gewisse Motivation und Selbstbeherrschung voraus. Denn manchmal macht es schlicht Spaß, an der Ampel etwas mehr Gas zu geben oder sich schneller in die Kurve zu "legen".

Für all jene, die sich zu dieser Art Autofahrer zählen, dürfte der rund 80 Euro teure Curfer dann wohl auch am interessantesten sein - allerdings nicht wegen der Tipps zum Fahrverhalten, sondern wegen der Leistungsdaten. Wer dagegen seinen gesunden Menschenverstand nützt, rücksichtsvoll und vorausschauend fährt, der wird das Gadget ohnehin kaum benötigen, um den Fahrstil zu verbessern.

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle

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