18.08.2006 12:30 |

Na dann Mahlzeit

Marmeladepreise ziehen an

Den Österreichern kommt ihr Frühstück künftig teurer zu stehen: Nach Brot, Gebäck, Orangensaft und Wurst steigen nun auch die Preise für Marmelade. Durch die Wetterextreme zeichnen sich in den meist osteuropäischen Lieferländern deutlich geringere Obsternten und damit kräftige Preissteigerungen bei allen für die verarbeitende Industrie wichtigen Früchten ab.

Das teilte der Fachverband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie am Freitag mit. Durch die höheren Obstpreise steigen die Produktionskosten von Marmeladen, Fruchtzubereitungen und Obstkonserven massiv an, heißt es: "Die Hersteller sehen sich gezwungen, ihre Kalkulationen zu überarbeiten, um sich an diese geänderte Einstandskostensituation anzupassen". Konkret bedeutet das höhere Preise für die Konsumenten.

Die extreme Hitze und Trockenheit in praktisch allen Anbauländern, aber auch die jüngsten schweren Niederschläge brachten massive Schäden und Auswirkungen bei den Obsternten. So habe zum Beispiel bei Erdbeeren, wo Polen der Hauptlieferant der österreichischen Industrie ist, die heiße Witterung im Juni und Juli dazugeführt, dass die Erntemengen deutlich unter den Erwartungen geblieben seien und sich die Rohwarenpreise in Polen im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt haben.

Ein weiterer wichtiger Erdbeerlieferant, Marokko, hat ebenfalls geringere Erntemengen gemeldet und Preissteigerungen von mehr als 30 Prozent in Aussicht gestellt. Nicht zuletzt könne auch Spanien die vorgesehenen Mengen für die verarbeitende Industrie nicht halten und habe die Preise im Vergleich zum Vorjahr bereits jetzt um über 23 Prozent angehoben, so der Verband. Die Trockenheit hat zudem auch den Himbeeren, Marillen, Heidelbeeren, schwarzen Ribiseln und Sauerkirschen zugesetzt.

Freitag, 18. Juni 2021
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