28.01.2016 14:14 |

Italien greift durch

Google soll 200 Millionen Euro Steuern nachzahlen

Der italienische Fiskus fordert von Google Steuernachzahlungen in Höhe von mehr als 200 Millionen Euro. Dem Internetkonzern wird jahrelanger Steuerbetrug vorgeworfen, dies hätten Ermittlungen der italienischen Finanzpolizei ergeben, so Justiz-Insider aus Rom am Donnerstag.

Den Angaben zufolge muss Google 200 Millionen Euro an Steuern für Einnahmen nachzahlen, die Google Italia als "Gebühren" an den Mutterkonzern überwies. Dazu kommen Steuern auf nicht angegebene Gewinne in Höhe von 100 Millionen Euro: Bei einer Körperschaftssteuer von 27,5 Prozent in Italien sind das 27,5 Millionen Euro. Macht insgesamt 227,5 Millionen Euro.

Erst Ende Dezember hatte der US-Technologiekonzern Apple eine Zahlung von 318 Millionen Euro akzeptiert, um einem Verfahren wegen Steuerbetrugs in Italien zu entkommen. Wie jetzt Google hatten die Steuerbehörden dem iPhone-Hersteller vorgeworfen, zwischen 2008 und 2013 keine Steuern auf seine Gewinne gezahlt zu haben.

Legale "Steueroptimierungen"
Apple und andere große US-Konzerne wie Amazon oder Facebook werden immer wieder beschuldigt, mit ihren legalen "Steueroptimierungen" große Summen an Steuern zu sparen - nicht nur in Europa, auch in den USA. Sie wählen als Hauptsitz zum Beispiel Länder, in denen die Besteuerung sehr niedrig ist. Apple, Google, Microsoft oder Facebook etwa zahlen in Europa ihre Steuern in Irland; dort werden 12,5 Prozent auf Unternehmensgewinne fällig.

Die EU-Kommission legte am Donnerstag konkrete Gesetzespläne vor, um gegen die systematische Steuervermeidung von Konzernen zulasten der Allgemeinheit vorzugehen.

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