So, 23. September 2018

Mahindra schlägt zu

15.12.2015 16:08

Inder kaufen Designschmiede Pininfarina

Der traditionsreiche italienische Karosseriebauer Pininfarina gehört künftig zum indischen Unternehmen Mahindra. Der Mischkonzern kauft zunächst für 25,2 Millionen Euro 76 Prozent der Anteile an der Designschmiede, die aktuell von einem Bankenkonsortium kontrolliert wird. Das Geschäft soll im ersten Quartal 2016 abgeschlossen werden. Zu einem späteren Zeitpunkt im kommenden Jahr können auch die restlichen Anteile aufgekauft werden.

Die Mahindra-Gruppe engagiert sich unter anderem im Maschinen- und Flugzeugbau, in Europa am bekanntesten dürfte die an dem Kauf beteiligte Tochter Mahindra & Mahindra sein. Der Automobilhersteller hatte sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zunächst mit Jeep-Lizenz-Nachbauten einen Namen als Geländewagen-Produzent gemacht, seit 2005 produzieren die Inder im Joint-Venture mit Renault auch eine asiatische Version des Dacia Logan. 2011 erwarb Mahindra zudem einen 70-Prozent-Anteil des südkoreanischen Autoherstellers SsangYong.

Deutlich bekannter als der indische Konzern ist hierzulande Pininfarina. Die 1930 gegründete Design- und Karosseriebaufirma entwarf zahlreiche Fahrzeuge der Marken Alfa Romeo, Ferrari, Fiat, Jaguar, Lancia, Maserati und Peugeot. Zu den populärsten Entwürfen zählen die Ferrari-Sportwagen Testarossa und 250 GT, der Alfa Romeo Spider und der Maserati Quattroporte der fünften Generation. Aber auch bürgerlichere Modelle wie der Kompakt-Van Hyundai Matrix oder die China-Limousine Brilliance BS6 wurden von Pininfarina gestaltet.

Zuletzt hatte das Unternehmen mit Designstudien wie dem BMW Gran Lusso Coupé oder dem Sergio Concept, einer Hommage an den Firmengründer, für Furore gesorgt. Zwischenzeitlich waren die Italiener auch als Auftragsfertiger für Cabrios gut im Geschäft. Zu den im eigenen Werk gebauten Modellen zählten etwa der kürzlich in moderner Form neu aufgelegte Fiat 124 Spider oder der Ford Focus CC. Auch außerhalb der Automobilindustrie hat sich Pininfarina einen Namen gemacht, unter anderem gestalteten die Italiener Eisenbahnzüge, Computer und das Elektro-Moped E-Solex.

Pininfarina ist nicht die erste italienische Traditionsfirma, die von einem asiatischen Konzern übernommen wird. Im Frühjahr 2015 hatte der chinesische Chemieriese ChemChina den Reifenhersteller Pirelli geschluckt, schon damals hat sich der Pininfarina-Deal abgezeichnet.

Aus dem Video-Archiv: Annie Leibovitz und der neue Pirelli-Kalender

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