Do, 15. November 2018

Nicht nur günstig

03.12.2015 14:44

Hyundai Tucson: Topmodel vom Discounter

Dass ich mal sagen würde, Wahnsinn, der Hyundai ist einfach ein bildschönes Auto, hätte ich nicht gedacht. Aber tatsächlich ist der Tucson herrlich anzuschauen in dem Blitzblau, im Herbstlicht und mit dem bunten Laub im Hintergrund. Dazu 19 Zoll große Hammer-Felgen, die sich auch gut an einem Sportwagen gut machen würden.

Natürlich gibt es den Hyundai Tucson auch in Unscheingrau, das generell gerne bestellt wird, und dann ist die Karosserie nicht wirklich unverwechselbar. Vom Vorgänger, dem ix35, hebt sie sich jedoch ab wie Gisele Bundchen von der Penny-Kassiererin ums Eck.

Klar geht's auch ums Geld, wenn man sich einen Hyundai kauft, aber der Tucson kann Sachen, die andere nicht können. Der Testwagen öffnet zum Beispiel die Heckklappe, sobald ich mich dahinterstelle. Kein Knopfdruck, kein Fußkick unters Heck (bei dem ich schon gegen manchen Auto getreten habe), es fängt nur plötzlich laut zu piepsen an, schon schwingt das Portal nach oben. Frühmorgens heimlich aus dem Staub machen geht damit nicht, ansonsten ist das schon recht praktisch. Wie auch der 513 Liter große Kofferraum an sich, dessen Boden sich leicht höhenverstellen lässt und dann mit den umgeklappten Rücksitzlehnen eine ebene Fläche bildet. Umklappen vom Kofferraum geht aber nicht.

Gut, dass es inzwischen kalt geworden ist, da weiß ich die bei Hyundai schon fast obligate Lenkradheizung zu schätzen, die dreistufige Sitzheizung sowieso (die luxusverdächtige Sitzlüftung ist ein Highlight für den Sommerbetrieb). Überhaupt ist Komfort ein großes Thema hier. Platz ohne Ende (nur nicht für meine 1,5-Liter-PET-Flasche), bequeme Sitze und so leise wie hier war es wohl noch nie in einem Hyundai dieser Klasse. Das Fahrwerk ist komfortorientiert, in Kurven neigt sich der Wagen merklich, forsches Fahren wird mit Untersteuern und früh quietschenden Reifen quittiert. Die Lenkung versucht gar nicht erst, den Fahrer mit Feedback abzulenken, Widerstand leistet sie auch nicht.

Erstaunlich ist jedoch, dass man per Tastendruck einen Sportmodus aktivieren kann. Der erhöht den Lenkwiderstand minimal und lässt das Gas forscher ansprechen. So weit, so gut, so vermittelt die Lenkung zumindest ein bisschen Gefühl - jedoch ist dann auch die Sechsgang-Automatik auf Sport getrimmt und arbeitet dementsprechend hektisch und gefühlt meist einen Gang zu niedrig. Schade, dass man das nicht einzeln aufrufen kann.

Mehr als den 136-PS-Dieselmotor des Testwagens braucht man hier in Wahrheit nicht, er passt gut zum Hyundai Tucson, der in Sachen Raserei über jeden Verdacht erhaben ist. Die Zweilitermaschine kennen wir schon aus dem Vorgänger, allerdings wurde sie auf Euro 6 getrimmt, außerdem scheint sie ein wenig sparsamer geworden zu sein. Zwar liegt der Testverbrauch des Allradlers mit 8,4 l/100 km immer noch deutlich zu hoch und nur 0,1 Liter günstiger als im gleich motorisierten Hyundai ix35, den wir als Dauertestwagen im Einsatz hatten, allerdings hatte der ein manuelles Schaltgetriebe, während mein Test-Tucson automatisch schaltet. Ein guter Teil des Zu-viel-Verbrauchs ist sicher der Automatik anzulasten, die mit ihrem Sechsgang-Wandler nicht auf der Höhe der Zeit ist. Ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe bietet Hyundai nur für den allradgetriebenen Top-Benziner an.

Ganz im Gegensatz zu den diversen Assistenzsystemen, die in großer Zahl zu haben sind, von der autonomen Notbremse über Echtzeit-Verkehrsfluss-Anzeige bis zum autonomen Quer- und Längs-Einparker. Den sollte man bei der Bestellung nicht unbedacht weglassen, denn der Tucson ist nach hinten seitlich sehr unübersichtlich.

Das Cockpit glänzt hingegen mit Übersichtlichkeit (allerdings nicht mit den feinsten Materialien). Nichts gibt Rätsel auf, alles da, alles easy, alles intuitiv. Nur die beiden Drehregler sind schlecht zu greifen, weil zu tief eingelassen; und die vielen Hyundai-typischen blauen Lichter nerven, wenn es dunkel ist - dann blenden sie nämlich. War im Hause Hyundai noch nie jemand nachts unterwegs?

Ara Blue heißt die Farbe, die den Testwagen ziert und die mir die 550 Euro Aufpreis wert wären. Es ist übrigens das einzige Extra des 43.000-Euro-Testwagens, denn in der höchsten Ausstattungslinie "Platin" ist praktisch alles inkludiert, von den LED-Scheinwerfern, über die Assistentenarmada bis zum elektrisch einstellbaren Fahrersitz. Dass es die Fensterheberautomatik aber nur für die Fahrertür gibt, gehört zu den Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen können - auch wenn man ab 23.990 Euro hier richtig viel Auto bekommt.

Warum?

  • Preis/Leistung ist hier wirklich gut.
  • Top-Platzangebot

Warum nicht?

  • Verbrauch deutlich zu hoch

Oder vielleicht …

… Nissan Qashqai, Renault Kadjar, Kia Sportage, VW Tiguan …

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