Do, 16. August 2018

Kaum neue Schüler

06.11.2015 06:32

Immer weniger "Nachwuchs" bei den Obstbauern

Das lässt die Alarmglocken schrillen: Im ersten Jahrgang der Obstbaufachschule Silberberg gibt es nur noch vier Schüler! Nach zwei schwierigen Jahren für die Obstbauern wird in vielen steirischen Betrieben überlegt, ob eine Übergabe an die nächste Generation sinnvoll ist. Zumindest die aktuelle Marktlage bietet leichte Hoffnungsschimmer.

Im Vorjahr hieß es Abschied nehmen von Wetzawinkel bei Gleisdorf: Die Obstbaufachschule übersiedelte aus dem "Kernland" der Apfelbauern zur Weinbau-Ausbildungsstätte nach Silberberg bei Leibnitz - wohl ein Mitgrund, warum es heuer so wenig Erstklässler im Obst-Bereich gibt. (In der zweiten Klasse sind es zehn, in der Abschlussklasse immerhin 13 Schüler.)

Silberberg-Direktor Anton Gumpl sieht aber einen anderen Hauptgrund für den Nachwuchs-Mangel: "Nachdem die Apfelproduktion den Großteil der steirischen Obstwirtschaft ausmacht und die derzeitigen Preise weit unter den Produktionskosten liegen, wird vielfach überlegt, ob der Betrieb weitergeführt werden soll."

"Prese rasselten in den Keller"
Diese Einschätzung teilt auch Rupert Gsöls, der Obmann der Erwerbsobstbauern: "Die vergangenen beiden Saisonen waren eine Katastrophe. Zu den Unwetterschäden kamen die Russland-Sanktionen, weswegen es in Europa einen reinen Verdrängungswettbewerb gab." Die Preise rasselten in den Keller, Gewinne waren nicht mehr zu erzielen.

Das Erschließen neuer Exportmärkte, etwa in Asien, ist nicht einfach und dauert vor allem Jahre. "Ganz Europa sucht neue Märkte. Erobern kann man sie nur mit Tiefstpreisen", schildert Gsöls das Dilemma.

Zarte Hoffnungsschimmer
Doch für die aktuelle Saison ist man vorsichtig positiv gestimmt. Hoffnung auf bessere Preise machen eine gesteigerte Nachfrage nach Verarbeitungsobst und eine lediglich durchschnittliche gesamteuropäische Apfelernte. Was noch für eine Obst-Ausbildung in Silberberg spricht: Hier wurde viel investiert. Überzeugen kann man sich beim Tag der offenen Tür am 19. November.

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