Kampagne wirkte

Flüchtlingsstrom aus dem Kosovo eingedämmt

Österreich
07.03.2015 16:50
Die Botschaft war klar, wenn auch knallhart formuliert: Ihr bekommt kein Asyl in Österreich, Schlepper lügen euch an. Im Schnellverfahren (binnen 14 Tagen) heimgeschickt, via Charter oder Bus abgeschoben: Die ganzseitigen Inserate in kosovarischen Medien dürften Wirkung gezeigt haben. Die Asylanträge sind im Monatsrückblick an einem bisherigen Tiefstand angelangt.

Sie alle haben sich nach einem neuen Leben gesehnt. Nach Schulbildung, Job, Haus, Geld in einem wirtschaftlich stabilen Land. 1.901 Kosovaren kehrten im Jahr 2014 ihrer krisengeschüttelten Heimat den Rücken, 2.002 Menschen waren es heuer - in nur zwei Monaten. Dass sie weder in Österreich noch in Deutschland Chance auf Asyl haben, wurde ihnen nicht gesagt. Und so startete das Innenministerium eine bislang nicht da gewesene Aktion, um der Flüchtlingswelle Herr zu werden. Asylverfahren sollen verschärft, sprich binnen zehn Tagen abgewickelt werden.

Alle zwei Wochen werden Flüchtlinge aus dem viel zitierten "sicheren Herkunftsstaat" Kosovo via Charter nach Hause geflogen. Und damit das auch jeder versteht, wurden in Absprache mit dem kosovarischen Premierminister entsprechend formulierte Inserate geschalten. Das Ergebnis: "Wir haben einen massiven Rückgang. Unsere Strategie hat massiv Wirkung gezeigt", sagt Innenministerin Johanna Mikl-Leitner.

(Bild: Krone Grafik/BMI)

Europäische Asyl-Agentur lobt Österreich
Wurden in der ersten Februarwoche noch 501 Asylanträge gestellt, waren es in der vergangenen "nur" noch 45 (siehe Grafik) - Tendenz fallend. "Wir müssen Schnellverfahren zur Regel machen für sichere Herkunftsstaaten", so Mikl-Leitner. Die "Werbestrategie Kosovo" könnte jedenfalls auch in anderen Ländern eingesetzt werden. Lob gibt es dafür auch von der Europäischen Asyl-Agentur.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.



Kostenlose Spiele