Fr, 17. August 2018

Verbrennung zu teuer

14.01.2015 12:34

Dutzende Leichen in Ganges-Nebenarm angeschwemmt

Im Ganges sind Dutzende Tote gefunden worden. Wie Behördenvertreter am Mittwoch sagten, wurden im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh schätzungsweise 80 Leichen aus einem Nebenarm des Stroms geborgen. Deren Zahl könne aber auch noch höher liegen, sagte ein Beamter. Die Behörden gehen davon aus, dass die Leichen im Wasser bestattet wurden, ohne wie sonst üblich vorher eingeäschert zu werden.

Für die Hindus ist der Ganges ein heiliger Fluss. Sie baden in seinem stark verschmutzten Wasser, um sich von ihren Sünden zu reinigen, und verstreuen die Asche ihrer Verstorbenen in seinen Fluten. Viele arme Familien haben kein Geld für Brennholz und werfen die Leichen ohne Einäscherung oder halb verbrannt in den Ganges. Auch die Leichen von als heilig verehrten Männern werden traditionell unverbrannt im Wasser bestattet.

Die Polizei geht davon aus, dass die angeschwemmten Körper an einem Verbrennungsplatz in den Fluss geworfen wurden und dann in seichteres Wasser gerieten. Behördenvertreter vermuten, dass sie an die Wasseroberfläche kamen, weil der Pegel des Ganges zuletzt gesunken ist. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie die aufgedunsenen und verwesenden Leichen von Vögeln und Hunden angefressen werden.

Verwesende Leichen Gefahr für Umwelt und Gesundheit
Umweltschützer warnten nach dem Leichenfund erneut vor den Umwelt- und Gesundheitsrisiken durch die Verschmutzung des Ganges. Die Umweltschützerin Mallika Bhanot von der Organisation Ganga Ahvaan zum Schutz des heiligsten Flusses der Hindus sagte dem Sender CNN-IBN, das größte Problem sei, dass der Ganges nicht mehr genug Wasser führe. Früher seien im Fluss bestattete Leichen abgetrieben worden. Heute gehe von den verwesenden Leichen aber eine massive Gesundheitsgefahr aus.

Premierminister Narendra Modi hatte nach seinem Wahlsieg im Mai versprochen, den Ganges zu reinigen.

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