Der Vorfall bei einem internationalen Schießwettbewerb in Kennelbach (Vorarlberg) schlägt weiter hohe Wellen: Weil die ehemalige SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner dort als sexualisierte Puppe in Reizwäsche aufgestellt wurde, kochen die Gemüter hoch.
Landespolizeidirektorin Uta Bachmann stellte am Mittwoch klar, dass man von den verstörenden Szenen keine Kenntnis gehabt habe, und ging auf Distanz: „Ich als Landespolizeidirektorin und damit Leiterin der Landespolizeidirektion Vorarlberg distanziere mich ausdrücklich von der dargestellten Szene. Das auf dem medial kursierenden Foto ersichtliche Szenario wird als geschmacklos erachtet und auf das Strengste abgelehnt.“ Neben dienstrechtlichen Überprüfungen kündigte die Vorarlberger Polizeichefin umgehend Maßnahmen zur Sensibilisierung aller Polizisten im Land an.
SPÖ: „An Widerwärtigkeit nicht zu überbieten“
Auch aus der Wiener SPÖ-Zentrale hagelt es scharfe Kritik. Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim forderte eine lückenlose Aufklärung. Gefragt sei hier vor allem die Volkspartei, da deren Landesrat Christian Gantner den Ehrenschutz für das Event übernommen hatte. „Diese Bilder sind an Widerwärtigkeit und Frauenverachtung nicht zu überbieten. Diese widerliche sexistische Entgleisung bei einer Schießveranstaltung, an der auch zahlreiche Polizeibeamte teilgenommen haben, muss Konsequenzen haben“, meinte Seltenheim.
Entsetzt zeigt sich auch Vorarlbergs SPÖ-Frauenvorsitzende Bea Madlener-Tonetti. Dass der Vorfall von 2023 erst Jahre später durch eine Gemeindezeitung aufflog, sei ein Armutszeugnis: „Es braucht drei Jahre, bis eine skandalöse Kulisse bei einem Schießwettbewerb das öffentliche Entsetzen auslöst, das sie verdient? Eine Schande für die Zivilcourage in unserer Gesellschaft. Schweigen ist stilles Abnicken und macht letztlich mitschuldig.“
NEOS und FPÖ einig: Politiker-Puppen als Zielscheibe gehen nicht
Auch von den anderen Oppositionsparteien hagelt es Ansagen. NEOS-Frauensprecherin Katharina Fuchs nimmt insbesondere den neuen Sicherheitslandesrat Markus Klien (FPÖ) in die Pflicht und zieht Parallelen zur gesamtgesellschaftlichen Lage: „Das ist ein Frauenbild, das abwertet und Gewalt verherrlicht. Wer dazu schweigt, trägt es mit.“ Aus ihrer Sicht gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen einem Frauenbild, das Gewalt gegen Frauen zur Pointe macht, und den Frauen, die in diesem Land Jahr für Jahr ermordet werden.
Selbst aus den Reihen der FPÖ kommt deutliche Kritik. „Eine Frau in Reizwäsche als Kulisse für ein Schießszenario darzustellen, ist sexistisch, entwürdigend und durch nichts zu rechtfertigen. Politikerinnen und Politiker als Puppen in ein derartiges Szenario zu setzen, ist geschmacklos, egal welcher Partei sie angehören“, urteilte FPÖ-Frauensprecherin Nicole Feurstein-Hosp.
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