Die neue Geschäftsführung des Sportartikel-Unternehmens hat den drastischen Sparkurs bestätigt. Bis Ende 2027 sollen nur noch 50 bis 55 Filialen übrig bleiben ...
Die Sparmaßnahmen sind Teil des neuen Konzepts: Der neue Geschäftsführer, Markus Hupach, setzt voll auf junge, digital-affine Kundschaft. Bis wann Hervis die Verlustzone verlassen will, ließ der neue Firmenchef bei der Präsentation der neuen Strategie offen.
Am Mittwochabend präsentierte Österreichs drittgrößter Sporthändler in Wien sein neues Logo und die Strategie „HERVIS 4.0“ mit dem Markenclaim „WE : SPORTS“. „Die Zukunft des Sporthandels entscheidet sich nicht im Regal, sondern in der Community“, sagte der Hervis-Chef.
Die Devise lautet: radikaler Umbau. Nach der Übernahme durch Investor Quantum Anfang des Jahres stellt sich der angeschlagene Sportartikelhändler Hervis komplett neu auf. Bis Ende 2027 sollen von den 93 übernommenen Filialen nur noch 50 bis 55 übrig bleiben. 15 davon sind Skiverleih-Geschäfte.
Bereits heuer wurden 17 unrentable Standorte mit rund 100 Mitarbeitern geschlossen. In der Zentrale Wals-Siezenheim reduzierte sich die Belegschaft von 120 auf 85 Personen. Von den ursprünglich 900 Mitarbeitern dürften rund 750 bleiben. Betroffene Mitarbeiter erhalten einen Sozialplan, andere werden Angebote für einen Wechsel unterbreitet.
Voller Fokus auf junge Generation
„Wir wollen nicht mehr der Günstigste sein und gehen in ein höheres Preissegment“, erklärt Hupach die neue Strategie. Kernzielgruppe ist die digital-affine Generation Z. Reine Schnäppchenjäger seien nicht mehr willkommen. Hervis setze nun auf Premium statt Billigpreise. Der Sporthändler will sich auf die Bereiche Fahrrad, Ski, „Running und Trail“, Outdoor, Fitness und Training, Teamsport, Tennis und Padel sowie Lifestyle fokussieren. Marken wie Nike sollen ins Sortiment zurückkehren. Es ist der offenkundige Versuch, sich von Konkurrenten im Niedrigpreissegment – beispielsweise Decathlon – zu lösen.
Junge Menschen – aber auch anderen Altersgruppen – soll über eine neue App die Chance gegeben werden, sich zu vernetzen und Erfahrungen auszutauschen. Hervis wolle dadurch Beratung, Training und Community-Bildung forcieren. Der Online-Umsatzanteil von Hervis liegt derzeit noch im niedrigen einstelligen Bereich. Im kommenden Jahr wolle man einen zweistelligen Anteil erreichen, so der Firmenchef.
Wie viel Geld die neuen Eigentümer für die Neuausrichtung in die Hand nehmen wollen, bezifferte der Hervis-Chef nicht. Für 2027 plant die Sporthandelskette die Eröffnung eines Flagship-Stores im Europark Salzburg, in dem das neue Markenkonzept präsentiert werden soll. Dies sei „ein großes Investment“. Für die anderen Filialen sei derzeit „ein Soft-Relaunch“ vorgesehen.
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