Kritik an Graz-Politik

Sparkurs im Sport: Vereine und Eltern laufen Sturm

Steiermark
12.10.2026 18:00

Der Sparkurs der Grazer Stadtregierung im Sport schlägt immer höhere Wellen. Mehrere Vereine haben sich bereits an die Öffentlichkeit gewandt – und auch Eltern sind ob der Kürzungen fassungslos.

Dass der Sport im Grazer Rathaus nicht die größte Lobby hat, ist bekannt. Der Sparkurs, den die Belarus-Koalition aus KPÖ und Grünen nun aber ausgerufen hat, trifft die vielen Vereine mit ihren Zehntausenden Mitgliedern ins Mark. Nicht nur, dass das allgemeine Sport-Budget unter die Fünf-Millionen-Euro-Marke fiel und die stadteigene Holding überlegt, das Sponsoring im Sport einzustellen – auch die Förderungen liegen, wie berichtet, aktuell auf Eis.

Vereine kämpfen ums Überleben
Finanzstadtrat Manfred Eber (KPÖ) verweist auf die Haushaltssperre und dass eben alle Subventionen unter die Lupe genommen werden. Für die Sportvereine geht’s nun aber ums Überleben. Der JSV Ries-Kainbach hat sich bereits per offenem Brief an die Öffentlichkeit gewandt und das Einstellen des Spielbetriebs angekündigt, sollte sich an der Situation nichts ändern. Weitere Vereine haben nachgezogen – etwa die Schwimmer des USC Graz oder auch die Gymnastiksport Union Graz.

„Umso größer ist unsere Sorge darüber, dass die Förderung für das Jahr 2026 bislang nicht ausbezahlt wurde und wir keine verbindliche Information darüber erhalten haben, ob und wann mit einer Auszahlung zu rechnen ist“, heißt es im Brief der GUG. Just vor der Jubiläumssaison steht man nun vor einer ungewissen Zukunft.

Nur 0,27 Prozent für den Sport
Auch Andreas Gassner, Vater von zwei Buben, die Eishockey und Basketball spielen, hat der Stadtregierung geschrieben. „Und ich hoffe, die Verantwortlichen beginnen zum Nachdenken“, sagt der ehemalige Handballspieler der HSG. Er unterstreicht den Stellenwert des Sports, der weit über Bewegung hinausgeht. „Aber gerade 0,27 Prozent des Gesamt-Budgets ist der Stadt der Sport wert – und jetzt kürzt man mitten in der Saison auch noch die Förderungen. Das ist Wahnsinn!“ Er fordert deshalb Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ) und Finanzstadtrat Eber auf, das Sportbudget um zumindest eine Million Euro anzuheben.

Sportstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP) hat unter dem Titel „Sportstadt retten“ übrigens eine Unterschriftenaktion gestartet.

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