So, 19. August 2018

In-App-Käufe

06.10.2014 09:59

15-jähriger Belgier verprasste 37.000 Euro in App

Dass sogenannte Free-to-Play-Games auch richtig teuer werden können, hat jetzt ein 15-jähriger Teenager aus dem belgischen Antwerpen erfahren müssen. Über mehrere Monate hinweg hatte er im Online-Strategiespiel "Game of War: Fire Age" reales Geld gegen virtuelles Gold getauscht, um schneller bestimmte Spielfortschritte zu erreichen. Am Ende übrig blieb eine Rechnung über stolze 37.000 Euro.

Wie das belgische "Nieuwsblad" berichtet, hatte die Mutter des 15-Jährigen diesen vor einem geplanten Urlaub gebeten, ihr beim Herunterladen einiger E-Books auf ihr Tablet behilflich zu sein. Dafür gab sie ihm die Kreditkartendaten ihres Vaters. Wie die Mutter gegenüber der Zeitung weiter schildert, dürfte ihr Sohn diese Daten später mit seinem persönlichen iTunes-Account verknüpft haben, wodurch es ihm letztlich möglich war, auf Kosten seines Großvaters auf Einkaufstour zu gehen.

Über drei Monate hinweg kaufte er mehrere Hundert Mal virtuelles Gold, um in dem prinzipiell kostenlosen Spiel schneller voranzukommen – angeblich ohne zu wissen, dass er dabei die Kreditkarte seines Opas belastete. Auch die Mutter bemerkte von all dem nichts, bis eines Tages die saftige Rechnung ins Haus flatterte.

"Im Spiel gibt es überall Werbung und sogar ein Casino, in dem man spielen kann. Man muss nur einmal klicken, um etwas mit echtem Geld zu kaufen. Und das hat er wieder und wieder getan, ohne zu wissen, wie viel Geld ausgegeben wurde. Denn nirgendwo wird angezeigt, wie viel bereits bezahlt wurde", kritisierte die Mutter des 15-Jährigen.

Apple und Google müssen für In-App-Käufe büßen
Ob die Familie nun auf den Kosten sitzen bleibt, bleibt abzuwarten. In den USA hatte sich Apple Anfang des Jahres in einem Vergleich mit der Aufsichtsbehörde FTC zur Zahlung von mindestens 32,5 Millionen Dollar wegen "unbeaufsichtigter App-Einkäufe" an geschädigte Eltern bereit erklärt. "Man kann Verbraucher nicht für Einkäufe zur Kasse bitten, die sie nicht gebilligt haben", erklärte FTC-Chefin Edith Ramirez.

Erst vor wenigen Wochen stimmte auch Google einem Vergleich über mindestens 19 Millionen Dollar zu. Das Geld soll an Eltern gehen, deren Kinder bei Apps aus Googles Play Store auf unbeaufsichtigte Einkaufstour gegangen waren. Im Gegenzug stellt die FTC ein Verfahren gegen den US-Konzern ein.

Passwortschutz aktivieren
Tipp: Eltern, die sich vor versehentlichen oder unerwünschten In-App-Käufen schützen wollen, können sowohl in Apples iOS als auch Googles Android einen entsprechenden Passwortschutz aktivieren.

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