14.08.2014 09:45 |

Nach US-Protesten

Auch deutschsprachige Autoren kritisieren Amazon

Nach dem Protest von US-Autoren üben nun auch deutschsprachige Schriftsteller scharfe Kritik an den Geschäftsmethoden des Onlinehändlers Amazon. In einem Protestbrief an Amazon-Chef Jeff Bezos, der nächste Woche veröffentlicht werden soll, werfen zahlreiche Autoren - darunter Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek und PEN-Präsident Josef Haslinger - Amazon vor, Schriftsteller einzelner Verlage zu boykottieren, die sich gegen höhere Rabatte wehren.

Laut "Handelsblatt" gehören zu den über 100 Unterzeichnern des Briefes deutsche Autoren wie Ingrid Noll, Nele Neuhaus und "Tatort"-Drehbuchautor Fred Breinersdorfer sowie Österreicher wie David Schalko, Kurt Palm oder IG-AutorInnen-Chef Gerhard Ruiss.

"Wir müssen die Leser aufklären, dass die Manipulation der Empfehlungslisten und die verzögerte Auslieferung von Büchern, deren Verlage sich gegen Amazon wehren, zum Alltag bei Amazon gehören", sagte Regula Venske, Generalsekretärin der deutschen Schriftstellervereinigung PEN, der Zeitung.

Amazon wollte zu dem Schreiben am Donnerstag nichts sagen. "Einen Brief, den wir noch nicht erhalten haben und dessen Inhalt wir nicht kennen, können wir nicht kommentieren", sagte ein Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa.

US-Autoren protestieren gegen Verzögerungen bei Auslieferung
Zuvor hatten in den USA mehr als 900 Autoren, darunter Stephen King und John Grisham, mit einem offenen Brief gegen Amazon protestiert. Es geht dabei um den seit Monaten schwelenden Streit mit dem Verlag Hachette. Die Autoren kritisierten, dass Amazon die Auslieferung gedruckter Hachette-Bücher verlangsamt sowie keine Vorbestellungen angenommen habe.

Literatur müsse günstiger werden, da sie mit vielen anderen Medien im Wettbewerb stehe, konterte Amazon. Der Internethändler will so niedrigere Preise für digitale Bücher durchsetzen.

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