24.07.2014 11:23 |

Platz gestürmt

Gaza-Protest: Randale bei Maccabi-Test in Salzburg

Der Konflikt im Gazastreifen hat am Mittwoch im Salzburger Bischofshofen ein internationales Fußball-Freundschaftsspiel überschattet. Das Match zwischen dem französischen Oberhausklub OSC Lille und dem israelischen Verein Maccabi Haifa wurde in der 85. Minute beim Stand von 2:0 vorzeitig beendet, nachdem rund 20 Männer auf das Feld gestürmt waren.

Laut Polizei waren die großteils türkischstämmigen, in Salzburg lebenden Österreicher mit palästinensischen und türkischen Fahnen aufs Spielfeld gelaufen und hatten Parolen mit Bezug auf den Gazakonflikt gerufen. Polizeisprecher Ortwin Lamprecht sagte: "Zuerst haben wegen des Regens nur wenige Zuseher das Spiel verfolgt. Dann haben die Polizeibeamten, die vor Ort waren, erkannt, dass sich eine Gruppierung unter die Zuschauer gemischt hat. Es wurde Verstärkung angefordert."

Polizei konnte Tumulte rasch beenden
Es kam zu tumultartigen Szenen, bei denen Spieler der israelischen Mannschaft attackiert wurden, wie Videoaufnahmen zeigen. Nach Angaben von Maccabi Haifa, das sich derzeit in Salzburg auf die kommende Saison vorbereitet, wurden Idan Vered und Dekel Keinan tätlich angegriffen, auch Gegenstände seien geworfen worden. Polizisten und Ordner hatten alle Hände voll zu tun, um die Lage zu beruhigen. Verletzt wurde niemand, aus Sicherheitsgründen setzte der Referee das Spiel aber nicht mehr fort.

Christian Winkler, Obmannstellvertreter des SK Bischofshofen, schilderte, dass Zuseher Plakate mit der Aufschrift "Fuck Israel" ausgepackt und dann den Platz gestürmt hätten. Die Spieler von Lille hätten sogleich das Feld verlassen, doch nahezu die komplette Mannschaft der Israelis sei auf dem Platz geblieben und habe sich auf die Konfrontation eingelassen. Einige israelische Spieler hätten sehr aggressiv reagiert. "Für mich war die Situation schon sehr bedrohlich", sagte Winkler.

"Erster negativer Platzsturm in Bischofshofen"
Für den Obmannstellvertreter des SK Bischofshofen war es der erste negative Platzsturm in Bischofshofen. "Bei uns im Verein funktioniert Integration. In den Fanblöcken offenbar nicht. Wir haben auch viele türkische Spieler dabei. Die haben auch mitgeholfen, dass die Situation nicht noch mehr eskaliert."

Maccabi gilt im israelischen Fußball als Mannschaft mit einem vergleichsweise hohen Anteil muslimischer Spieler im Kader. "Wir verurteilen die Gewalt, die gegen uns eingesetzt wurde. Dies geschah nicht wegen des Sports oder des Fußballs, sondern weil wir ein Team sind, das Israel repräsentiert", kommentierte der Verein den Vorfall.

Israels Armee geht seit 8. Juli im Gazastreifen gegen die Hamas vor. Seit Beginn der Offensive sind mehr als 700 Menschen getötet worden. Die Zahl der Verletzten beläuft sich mittlerweile auf mehr als 4.500.

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