Do, 21. Juni 2018

Ist das noch gut?

30.07.2014 10:38

So lange halten sich Lebensmittel wirklich

Viele Verbraucher wissen nicht, dass einige Lebensmittel sogar noch Monate nach Ablauf des aufgedruckten Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) genießbar sein können und keinesfalls gesundheitsgefährdend sind. Welche das sind und was man bei ihrer Aufbewahrung beachten sollte, verraten wir hier.

Brot, das frisch vom Bäcker ausgegeben oder direkt vor dem Konsumenten ins Sackerl gepackt wird, muss in Österreich nicht mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen werden. Industriell abgepackte Waren, die nicht innerhalb von 24 Stunden nach der Herstellung verzehrt werden, müssen allerdings sehr wohl ein MHD aufgedruckt haben. Abgepacktes Brot ist bei richtiger Lagerung aber häufig auch nach Ablauf des MHD genießbar.

Generell gilt: Ganze Brotlaibe sind länger genießbar als geschnittenes Brot. Weißbrot, Semmeln oder Ähnliches sollten nicht zusammen mit Schwarzbrot gelagert werden, da das Schwarzbrot dann schneller verdirbt. Am besten lagert man Brot bei Zimmertemperatur möglichst luftdicht, z.B. in einer Brotdose aus Keramik oder Holz. Sobald sich Schimmel bildet, muss das ganze Brot entsorgt werden.

Frischobst und Frischgemüse, das nicht geschält, geschnitten oder ähnlich behandelt worden ist, muss nach Lebensmittelkennzeichnungsverordnung kein MHD aufweisen. Ausgenommen sind hiervon Keime von Samen und ähnliche Erzeugnisse, wie Sprossen von Hülsenfrüchten. Auch abgepackte Kartoffeln müssen nicht mit einem Ablaufdatum versehen sein. Sie halten sich am besten bei dunkler und kühler Lagerung. Entstehen grüne Stellen, Kartoffeln entsorgen oder großzügig schälen. Bei Schimmelbefall sollten sowohl Früchte als auch Gemüse entsorgt werden, da sich aufgrund des hohen Wasseranteils Schimmelsporen schnell ausbreiten können.

Nudeln und Co.: Noch lange haltbar
Nudeln, Reis und Mehl sind oft noch viele Monate nach dem aufgedruckten Mindesthaltbarkeitsdatum genießbar, weshalb die EU sogar eine Abschaffung bei diesen Produkten überlegte. Entscheidend für die lange Haltbarkeit ist eine trockene Lagerung sowie bei Mehl ein guter Verschluss, der vor Ungezieferbefall schützt. Vollkornprodukte sind wegen ihres höheren Fettanteils generell weniger lang haltbar.

Auch Müsli und Cerealien sind in der Regel nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch lange genießbar. Allerdings spielt hier die Lagerung ebenfalls eine Rolle. Trocken, kühl und verschlossen bleiben Müsli und Co. länger frisch. Bei Schimmelbefall unbedingt vollständig entsorgen.

Vorsicht bei Milch und Co.
Was Milch und Milchprodukte angeht, ist die Haltbarkeit nach dem MHD deutlich geringer. Milch ist ungeöffnet nach dem Ablaufdatum noch in etwa drei Tage haltbar, Frischmilch nach Öffnen ca. drei Tage, H-Milch etwa sieben Tage. Daher sollte man die Milch nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren und am besten innerhalb von drei Tagen verbrauchen.

Milchprodukte sind in der Regel noch mehrere Tage nach Ablauf des MHD haltbar. Bei Schimmelbefall, seltsamem Geruch oder Geschmack sollte man sie allerdings sofort entsorgen. Generell empfehlen Lebensmittelexperten, Milchprodukte vor Ende des Haltbarkeitsdatums aufzubrauchen und im Kühlschrank zu lagern.

Eier sind in der Regel noch zwei Wochen nach Ablauf des MHD haltbar. Dann verwendet man sie besten zum Backen oder Kochen. Auch bei Eiern empfehlen Experten allerdings, sie innerhalb der angegebenen Haltbarkeit aufzubrauchen. Eier sollten auf jeden Fall kühl gelagert werden, z.B. in der Speisekammer oder im Kühlschrank.

Fleisch und Fisch am besten frisch
Ein heikles Thema ist die Haltbarkeit von Fisch und Fleisch, denn hier können verdorbene Produkte ganz schnell gesundheitsgefährdend werden. Bei Rind, Kalb, Schwein oder Geflügel sollte das Mindesthaltbarkeitsdatum auf jeden Fall eingehalten werden. Ist die Oberfläche schmierig oder riecht das Fleisch streng, muss es entsorgt werden. Besonders Geflügelfleisch, Fisch oder Faschiertes sollten so schnell wie möglich aufgebraucht werden.

Rind- oder Schweinefleisch kann bei 2°C zwei bis maximal vier Tage gelagert werden. Ungeöffnete Wurstprodukte sind meist noch einige Tage nach Ablauf des MHD haltbar, doch auch hier ist Vorsicht angebracht. Geöffnet sind sie nur wenige Tage haltbar und sollten spätestens beim Erreichen des Ablaufdatums aufbraucht sein.

Getränke unterschiedlich haltbar
Getränke mit mindestens zehn Volumenprozent Alkohol sowie Weine sind von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen. Bier ist ungeöffnet mehrere Monate nach Ablauf des MHD haltbar. Weine sind, abhängig von Sorte und Säuregehalt, unterschiedlich lange genießbar. Nach dem Öffnen sollte man sie innerhalb weniger Tage aufbrauchen.

Auch bei Fruchtsäften kann die Haltbarkeit variieren. Geöffnet sind sie meist nur wenige Tage haltbar, ungeöffnet im Glas bis zu zwölf Monate, im Tetrapack bis zu acht Monate und in der Plastikflasche bis zu drei Monate. Nach dem Öffnen bewahrt man Saft am besten im Kühlschrank auf und verbraucht ihn innerhalb weniger Tage. Mineralwasser ist hingegen auch nach Ablauf des MHD viele Monate genießbar.

Die Spitzenreiter bei der Haltbarkeit
Die absoluten Spitzenreiter in Sachen Haltbarkeit sind Fertigprodukte. So sind Konserven oder Fertiglebensmittel wie Packerlsuppen ungeöffnet auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch viele Monate haltbar. Geöffnet sind Konserven ca. drei Tage oder sogar länger genießbar, am besten in ein luftdicht verschließbares Gefäß umfüllen und im Kühlschrank aufbewahren.

Auch Marmelade kann sich ungeöffnet noch Monate nach Ablauf des MHD halten. Geöffnete Gläser möglichst kühl lagern und zum Portionieren immer einen sauberen Löffel benutzen. Bei Schimmelbefall vollständig entsorgen. Kaffee und Kakaopulver sind ungeöffnet und vakuumverpackt deutlich länger als haltbar, als auf der Verpackung angegeben ist. Nach dem Öffnen sollte man sie trocken lagern, Feuchtigkeit kann zu Schimmelbildung führen.

Tiefkühlkost ist ungeöffnet einige Monate über MHD haltbar, wobei hier unbedingt auf die Einhaltung der Kühlkette geachtet werden muss. Lebensmittel mit hohem Fettanteil verderben schneller, da Fett ranzig werden kann. Nach dem Öffnen sollte man Tiefkühlware allerdings zügig aufbrauchen und nicht wieder einfrieren.

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