So, 24. Juni 2018

Wirbelbruch

05.07.2014 12:39

Brasilien nach Neymars WM-Aus unter Schock

Brasilien steht nach dem Ausfall von Superstar Neymar für die restliche WM unter Schock. Mit einem Wirbelbruch und einem Stützkorsett musste der 22-jährige Hoffnungsträger in der Nacht auf Samstag nach dem 2:1-Viertelfinalsieg über Kolumbien den Rückflug von Fortaleza nach Rio de Janeiro antreten. In einem Rettungsauto legte er das letzte Stück Weg zum Teamquartier nach Teresopolis zurück.

Die Freude über den Halbfinal-Einzug war deshalb bei den Brasilianern im Nu verflogen. Torschütze und Innenverteidiger David Luiz brach in den Katakomben des Stadions in Tränen aus, als er von Neymars schwerer Verletzung erfuhr. "Wir werden einen Pakt schließen, um ihn zu unterstützen, um an seiner Seite zu sein. Und auch, um die Stärke dieser Mannschaft auf dem Platz zu zeigen", versprach der 27-Jährige. "Wir werden für ihn beten, denn sein Platz ist auf dem Rasen."

Argentiniens Ausnahmespieler Lionel Messi tröstete seinen FC-Barcelona-Klubkollegen: "Neymar, ich hoffe, du erholst dich sehr schnell, mein Freund", schrieb der 27-Jährige und stellte dazu ein gemeinsames Jubelbild im Trikot der Katalanen auf seine Facebook-Seite.

Brasiliens Medien in heller Aufregung
In heller Aufregung verbreiteten die brasilianischen Medienvertreter die Hiobsbotschaft im ganzen Land: "Neymar ist raus aus der WM!" Unmittelbar zuvor hatte Rodrigo Lasmar, einer der Mannschaftsärzte der "Selecao", die Diagnose mitgeteilt: "Neymar hat einen Bruch des dritten Lendenwirbels." Es sei keine ernsthafte Fraktur, aber es werde einige Wochen dauern, bis Neymar seine volle Bewegungsfähigkeit wiedererlangt habe. "Er wird nicht binnen einer Woche genesen", stellte Lasmar klar, dass die WM für Neymar vorbei ist.

In der 86. Minute war Kolumbiens Juan Zuniga dem Brasilianer mit dem Knie in den Rücken gesprungen, der spanische Schiedsrichter Carlos Velasco hatte die Attacke nicht geahndet und Vorteil gelten lassen. Neymar krümmte sich vor Schmerzen und blieb lange liegen, ehe der Stürmer mit Tränen in den Augen und schmerzverzerrtem Gesicht hinausgetragen wurde.

Aufruhr gegen Zuniga im Internet
Zuniga schlägt nach seinem Foul im Internet heftige Wut aus dem Gastgeberland entgegen. "Ganz egal, welches Team du unterstützt - du hasst diesen Typen, weil er Neymars Weltmeisterschaft beendet hat", stand unter einem Bild Zunigas, das sich über Twitter verbreitete. Unzählige Nutzer machten ihrer Wut auch auf Zunigas Facebook-Seite mit teils heftigen Verwünschungen oder gar Morddrohungen Luft.

Zuniga wollte "nichts Böses"
Brasiliens bekanntester TV-Kommentator Galvao Bueno sprach von einer "Aggression" Zunigas und einem "kriminellen Vergehen". Der Kolumbianer versicherte aber: "Als ich da reingegangen bin, habe ich an nichts Böses gedacht. Ich wollte ihn nicht verletzen, aber unglücklicherweise ist es passiert. Ich hoffe, dass er sich mit Gottes Hilfe wieder erholt." Zuniga sei kein schlechter Mensch, meinte Brasiliens Kapitän Thiago Silva. "Ich kenne ihn aus der italienischen Meisterschaft. Was ich aber glaube, ist, dass es leichtfertig war", sagte Silva.

Teamchef Luiz Felipe Scolari hatte sich schon bei der Pressekonferenz nach dem Spiel skeptisch gezeigt, dass Neymar für das Halbfinale am Dienstag in Belo Horizonte gegen Deutschland wieder einsatzbereit sein werde. Scolaris schlimmste Befürchtungen wurden wenig später von den Ärzten bestätigt.

Die Sportzeitung "Lance!" schrieb über Neymars WM-Aus: "Eine traurige Nachricht für die gesamte brasilianische Nation!" Auf dem Weg zum erhofften sechsten WM-Titel ist das Ausfall von Neymar ein ganz bitterer Rückschlag für Brasilien, zumal auch Silva wegen seiner zweiten Gelben Karte im Halbfinale gegen Deutschland fehlt.

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