ChatGPT in der Kritik

Kanada sieht OpenAI nach Amoklauf in der Pflicht

Web
25.02.2026 10:27
Porträt von krone.at
Von krone.at

Zwei Wochen nach den tödlichen Schüssen an einer Schule in Kanada haben Regierungsvertreter Verbesserungen bei der Gefahren-Meldekette des ChatGPT-Entwicklers OpenAI gefordert. „Eine interne Überprüfung allein reicht nicht aus, wenn die öffentliche Sicherheit auf dem Spiel steht“, erklärte Kanadas Minister für Künstliche Intelligenz (KI), Evan Solomon, am Mittwoch.

Hintergrund des Treffens von Solomon und weiteren Ministern mit dem führenden Sicherheitsteam von OpenAI war die Gewalttat vom 10. Februar im westkanadischen Ort Tumbler Ridge, bei der insgesamt neun Menschen starben. Den Ermittlungen zufolge hatte eine 18-Jährige acht Menschen getötet, sechs davon in einer Schule, bevor sie sich das Leben nahm.

Täterin soll Chatbot missbraucht haben
Die Schützin soll Monate vor ihrer Tat ChatGPT zur „Förderung gewalttätiger Aktivitäten“ missbraucht haben, wie der Sender CBC berichtete. Laut Medienberichten soll sie dem KI-Chatbot Szenarien beschrieben haben, die Waffengewalt beinhalteten. OpenAI sperrte ihr Konto – eine Meldung an Strafverfolgungsbehörden erfolgte allerdings nicht.

Vorerst keine neuen Sicherheitsmaßnahmen
„Wir haben deutlich gemacht, dass die Kanadier erwarten, dass glaubwürdige Warnzeichen für schwere Gewalt zeitnah und verantwortungsvoll eskaliert werden“, hieß es von Solomon nach dem Gespräch mit den OpenAI-Vertretern. Es sei darüber gesprochen worden, wie ein „unmittelbares und glaubhaftes Risiko“ bei der Nutzung der Chat-Plattform identifiziert und überprüft werde.

Enttäuschenderweise habe OpenAI zunächst keine nennenswerten neuen Sicherheitsmaßnahmen präsentiert, so Solomon. Der ChatGPT-Entwickler habe aber in Aussicht gestellt, bald konkretere, „auf den kanadischen Kontext zugeschnittene Vorschläge“ vorzulegen.

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