Die Skispringer jubelten und waren erleichtert über die Goldmedaille. Gleichzeitig gibt es einige Baustellen, an denen sie arbeiten müssen.
Der goldene Olympia-Abschluss im Super-Team-Bewerb in Predazzo durch Jan Hörl und Stephan Embacher hat im Lager der österreichischen Skispringer tiefes Aufatmen ausgelöst. Nicht zuletzt wegen der ausgebliebenen Einzelmedaillen und den strauchelnden Stars Stefan Kraft und Daniel Tschofenig wartet auf Cheftrainer Andreas Widhölzl in nächster Zeit und auch langfristig aber einiges an Arbeit.
ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher war nach dem gelungenen Abschluss gelöst, die Gesamtbilanz stimmte ihn aber nicht glücklich. „Das Gold war extrem wichtig. Man muss auch fair sein und ganz klar sagen, wir haben es nicht ganz geschafft, auf dem Punkt da zu sein bei den Einzelwettkämpfen. Umso schöner ist es aber auch, wenn man als Team an einem Strang zieht und sich aus dem Schlamassel rauskämpft. Das ist passiert und das ist cool“, sagte Stecher im APA-Gespräch.
Auch Cheftrainer Andreas Widhölzl schnaufte durch, nannte aber gleich einige Problemfelder. „Jeder ist extrem froh, dass wir doch noch eine Medaille gemacht haben. Es ist irrsinnig cool, dass es so aufgegangen ist. Aber es gibt schon noch ein paar Sachen, Stefan Kraft ist zum Beispiel nicht wirklich glücklich heimgefahren“, sagte Widhölzl. Dass seine in der Vorsaison mit zahlreichen Siegen noch überragenden Springer im Olympiawinter nicht mehr so dominant sind, hat für Widhölzl mehrere Gründe. Er nannte eine Verletzung von Tschofenig in der Vorbereitung und immer wiederkehrende Blessuren von Hörl als Beispiele.
Widhölzl muss nachjustieren
Auch das neue, weniger Fehler verzeihende Material spiele eine Rolle, und nicht zuletzt hätten die anderen Nationen schon auch aufgeholt, gestand der Coach. Die Saison sei einfach nicht ideal verlaufen. „Es ist heuer ein bisschen wechselhaft. Die Leistungen sind teilweise extrem gut, dann aber wieder nicht. Wir müssen wieder ein bisschen mehr Stabilität reinbringen“, sagte Widhölzl. Kurzfristig soll das nach der Rückkehr aus Italien passieren, um bereits nächste Woche beim Heim-Flugweltcup am Kulm wieder auf der Höhe zu sein.
Auf längere Sicht will Widhölzl aber in einigen Bereichen nachjustieren. „Die Saison hat uns gezeigt, dass wir in ein paar Bereichen die Schrauben nachdrehen müssen. Wir müssen das aber alles noch gut analysieren“, sagte der seit 2020 amtierende Tiroler. Schlechtreden lassen will er sich den bisherigen Winter mit einzelnen Siegen und etlichen Podestplätzen aber nicht. „Wir haben eine gute, kompakte Mannschaft, wir sind nach wie vor Führende im Nationencup, es gibt eben Domen Prevc, der heuer der Dominator ist.“
Auslaufender Vertrag soll verlängert werden
Um den Slowenen künftig besser herausfordern zu können, wartet nach der Saison einiges an Arbeit, die Widhölzl unbedingt angehen will. Sein Vertrag läuft im Frühling aus, er wolle auf jeden Fall weitermachen, betonte der 49-Jährige. „Ich bin noch nicht müde, es macht einen Haufen Spaß, wir haben eine coole Truppe, auch mit dem Betreuerteam. Der Skiverband muss mich natürlich auch wollen.“
Vor dem Fokus die weiteren Saisonbewerbe stand für Widhölzl und seine Goldmedaillengewinner am Dienstag noch Termine in Cortina auf dem Programm. Nach der Heimkehr folgt eine Woche Pause, die aber bereits wieder zur Vorbereitung auf den Heim-Flugweltcup am Kulm genutzt werden soll.
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