Der mangelnde Konkurrenzkampf unter Österreichs Abfahrern lässt für Marco Schwarz ein lukratives Schlupfloch. Nach seiner Streif-Premiere flirtet er nun sogar mit der Olympia-Abfahrt. Gibt‘s die Revanche auf der Stelvio?
Obwohl der Kärntner seit zwei Jahren keine Weltcup-Abfahrt mehr bestritten hat, ist ein Start des Allrounders bei den Olympischen Spielen in der Königsdisziplin zumindest denkbar. „Ich schließe es für mich nicht aus, nein. Aber für das muss einfach sehr viel zusammenpassen“, sagte Schwarz am Mittwoch in Kitzbühel nach seiner Streif-Premiere.
Es schien, als sei Schwarz nach seiner Kitz-Jungfernfahrt im Training wieder richtig auf den Geschmack gekommen. „Mir hat das heute volle getaugt da runter“, betonte der 30-Jährige, der seit seinem Kreuzbandriss im Dezember 2023 noch nicht wieder rennmäßig auf die Abfahrtspisten zurückgekehrt ist. „Wenn ich die Chance gehabt hätte, würde ich gerne noch mal rauf und wieder runterfahren.“ Bei aller Ambition gab er aber auch zu bedenken: „Ich hatte heute das zweite Mal in der Saison die Abfahrts-Ski an. Da brauche ich schon noch einiges an Kilometer.“
„Offen für mehr“
Dass Schwarz einen mehr als anständigen Downhiller abgeben kann, hat er als WM-Vierter 2023 und Wengen-Sechster schon bewiesen. Zuletzt konzentrierte er sich aber darauf, die Branchenbesten um Marco Odermatt punktuell in Riesentorlauf und Super-G herauszufordern. Und weil er sich vom Slalom noch nicht lösen mag, ist das Pensum mit drei Disziplinen auch ohne Abfahrt streng genug. Auch die traditionelle Hahnenkamm-Abfahrt am Samstag wird ohne ihn vonstatten gehen. „Schauen wir, was die Zukunft bringt. Es war jetzt mal das erste Herantasten auf der Streif, aber ich bin schon offen für mehr.“
Es war jetzt mal das erste Herantasten auf der Streif, aber ich bin schon offen für mehr.
Marco Schwarz
Eben auch für die Olympia-Abfahrt, womit er zum Allesfahrer avancieren könnte. Mit Vincent Kriechmayr gibt es im ÖSV-Team nur einen Podestfahrer und mit Daniel Hemetsberger nur einen zweiten Läufer mit einer Top-Ten-Platzierung in dieser Abfahrtssaison. Der aufstrebende Stefan Eichberger musste die Saison mit einem Kreuzbandriss vorzeitig abschreiben. Dass am 7. Februar zum Auftakt der Olympischen Skibewerbe ausgerechnet auf der Stelvio in Bormio um Medaillen gerittert wird, ist für Schwarz eigenen Aussagen zufolge kein Problem.
Rückkehr an den Unglücksort
Auf dieser Strecke hatte er im Dezember 2023 als Gesamtweltcupführender einen Kreuzband- und Meniskusriss im rechten Knie erlitten. Er sei mit dem Schauplatz im Reinen, habe keine schlechten Gedanken daran. „Stand jetzt werde ich, glaube ich, das Training fahren, aber ob das für eine Olympia-Abfahrt reicht? Das müssen andere entscheiden“, sagte Schwarz.
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