ÖSV-Dame scherzt

Schlüssel zum Erfolg? „Haben Rummikub gespielt!“

Ski Alpin
14.01.2026 09:35
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Von krone Sport

Ihr Steigerungslauf hat Katharina Truppe ausgerechnet bei einem Saison-Highlight erstmals in diesem Ski-Winter aufs Weltcup-Podest geführt. Mit Rang drei im Flachau-Nachtslalom hinter dem US-Duo Mikaela Shiffrin und Paula Moltzan bescherte sich die Kärntnerin bereits zwei Tage vor ihrem 30. Geburtstag selbst ein Premierengeschenk. „Ich bin noch nie vor Heimpublikum am Podest gestanden. Jetzt weiß ich, wovon alle reden, weil es richtig cool ist.“ Grinsend verriet sie schließlich auch ein besonderes Erfolgsgeheimnis ... 

Mit dem vorläufigen Höhepunkt unterstrich Truppe, dass sie bei Olympia um die Medaillen mitreden will. „Ich war knapp dran und habe mir gedacht: ‘Geduldig bleiben, mein Tag wird kommen‘“, sagte Truppe nach ihrem insgesamt sechsten Podestplatz im Weltcup. Dieser habe sich „über die Saison aufgebaut“. Mit vier Top-6-Platzierungen zuvor hatte sie Selbstvertrauen getankt. Und auch die Vorbereitung auf ihr erklärtes Lieblingsrennen verlief offenbar sehr vielversprechend. „Wir haben Rummikub gespielt. Ich habe dort dreimal gewonnen und gewusst, ich habe einen Lauf“, scherzte Truppe. „Nein, ich habe einfach die Lockerheit gefunden und fühle mich wohl auf meinen Ski.“

Dass sie trotz „zitternder Füße“ im Hundertstelkrimi gegen Shiffrin-Rivalin Camille Rast um 2/100 die Oberhand behielt, machte Truppe sichtbar stolz. Der Dank ging dennoch scherzhalber an die Schweizerin. „Ich bin froh, dass sie mir das als Geburtstagsgeschenk überlassen hat.“ Beim Nightrace nahm sich Truppe nicht zuletzt an der Risikobereitschaft von Rast ein Beispiel. „Sie fährt frech, lässt den Ski runter, wurscht was ist. Egal, was passiert“, meinte Truppe. „Sie merzt das schneller aus, ich brauche ein, zwei Tore, bis ich wieder den Rhythmus finde. Aber es ist bei mir um einiges besser geworden.“

„Sehr moderner Slalomschwung“
„Die Kathi Truppe hat in den letzten Rennen sehr viel Konstanz bewiesen und sich das Podium aufgehoben. Eine super Leistung“, lobte ÖSV-Cheftrainer Roland Assinger. Und auch ÖSV-Alpinchef Christian Mitter bescheinigte seiner Athletin beim Flutlicht-Spektakel eine „saubere“ Leistung: „Sie ist cool, besteht die schwierigen Situationen.“ In dieser Form hat auch Mitter Truppe im Olympia-Slalom auf der Rechnung. „Olympia ist aber wieder ein neues Rennen, da muss sie sowieso Vollgas geben. Hoffentlich tut sie das.“

Darauf angesprochen, was Truppe stark mache, analysierte Mitter, der langjährige Cheftrainer der norwegischen Ski-Männer: „Sie fährt eine absolut geradlinige Linie, schafft es aber trotzdem, dass sie den Belastungswechsel herbringt. Sie hat die Ski unter sich, dadurch keine großen Bewegungen drin. Das schaut vielleicht ein bisschen unorthodox aus, ist aber ein sehr moderner Slalomschwung, der ihr hilft, wenn das Tempo höher wird oder die Abstände kürzer werden.“

Dass Truppe selbst ihre neue Rolle als Teamleaderin nach dem Ausfall von Katharina Liensberger nur auf dem Papier gegeben sieht, hilft wohl auch. „Für mich hat sich nicht viel geändert, ich bin gleich wie früher. Das macht nicht mehr oder weniger aus mir.“ Vielmehr bezeichnet sie das Weglassen der Disziplin Riesentorlauf und den vollen Fokus auf den Slalom als Schlüssel des momentanen Erfolges. „Ich habe mit dem Riesentorlauf so ein großes Packerl mit mir mitgezogen. Das Packerl ist nun weg.“

Huber sammelte Argumente für Olympia-Start
Während Truppes Slalomstart bei Olympia seit Wochen fix ist, sammelte Katharina Huber im vorletzten Slalom vor dem Großereignis ein schlagkräftiges Argument im Quali-Rennen. Mit Platz zehn in Flachau schaffte es die Niederösterreicherin als zweite für die Winterspiele in Frage kommende ÖSV-Läuferin neben Truppe erstmals unter die geforderten Top Ten. „Das ist so richtig ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn man dann zwei Läufe so hinbringt, kann man auch vorne hinschnuppern“, lobte Mitter.

Natalie Falch
Natalie Falch(Bild: GEPA)

Lisa Hörhager (14.) und Natalie Falch (17.) sind indes auf einem guten Weg zu regelmäßigen Punktefahrerinnen. Für beide lebt der Traum von Olympia. Doch auch Katharina Gallhuber, die mit offensiver Fahrweise letztlich scheiterte, konnte in Flachau Eigenwerbung betreiben. „Es entwickelt sich eine Slalommannschaft“, stellte Mitter fest. „Es schaut aus, als ob sie mit der Aufgabe wachsen würden. Dafür sind wir da, dass wir die Leute begeistern.“ Die 12.200 Zuschauerinnen und Zuschauer in Flachau jedenfalls traten nach dem Spektakel zufrieden die Heimreise an.

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